
Es ist ein strahlend sonniger Tag im späten November, als ich in der Bahnstation Nishi-ogikubo aussteige. Obwohl dies eine Gegend ist, die kein Tourist jemals aufsuchen würde, bin ich sofort gefangen von der Atmosphäre. Um den Bahnhof herum gibt es enge Gassen mit Suppenbars und Raucherkneipen. Dann folgen kleine Straßen, auf denen ab und zu ein Kei Car gemächlich fährt. Die Häuser sind ebenso klein, baukastenartig, mit gefliesten Mauern, Treppen, Hintereingängen. Ich komme am Winton House Jazzclub vorbei und blicke durch das nischenartige Fenster an der Front. Dort spielt zu dieser Stunde doch tatsächlich bereits eine Jazzcombo, so wie jeden Tag. Für einen geringen Eintritt kann man hineingehen und zuhören. Murakami winkt um die Ecke. Ich beschließe spontan, die nächsten Tage für einen Guide der Tokioter Weinbars zu nutzen. Denn diese Orte sagen so ungeheuer viel über den verborgenen Charakter einer Stadt aus, die Touristen als “sehenswürdigkeitsarm” bezeichnen…





