Jahrgangsprobe Historische Rebsorten

Historische Rebsorten, Jahrgangsprobe

Historische Rebsorten – was soll das eigentlich sein? Sind nicht auch Rebsorten wie Pinot Noir historisch, denn schließlich hat auch diese Rebsorte möglicherweise 2.000 Jahre auf dem Buckel? Jein. Während Pinot Noir die ganze Zeit weiter angebaut und mit neuen Klonen über den Erdball verteilt wurde, waren die historischen Rebsorten praktisch in der Versenkung verschwunden. Schlichtweg ausgestorben in unseren Weinbergen. Rebarchäologe Andreas Jung und Rebveredler Ulrich Martin haben es sich zur Aufgabe gemacht, die letzten verbliebenen Stöcke zu finden und aus ihnen neue Reben zu ziehen. Es gibt spannende Geschichten darüber, wie Andreas Jung irgendwo in Sachsen-Anhalt in einer wilden Hecke eine Pflanze gefunden hat, die sich dann als eine lange ausgestorben geglaubte Rebsorte entpuppte. Mittlerweile gibt es aber auch die ersten Weine aus diesen wiederentdeckten Sorten. Und die habe ich probiert. Weiterlesen

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Natürlicher Dienstag #34 – Radikon Oslavje

Natürlicher Dienstag Radikon Oslavje

Der erste vin naturel, den ich jemals getrunken habe, war ein Wein von Stanislao „Stanko“ Radikon. Jahrgang 1997. Ich hatte schon viel Sensationelles darüber gelesen, begeisterte wie abschreckende Berichte. Und dann stand ich da im Weinladen meines Vertrauens. „Lohnt sich der?“, fragte ich ganz scheinheilig. Die Antwort des Weinhändlers war ermunternd: „Hm. Kommt drauf an.“ Natürlich habe ich ihn gekauft, das teure Schätzchen, und noch am selben Abend geöffnet. Mit der in jugendlichen Jahren noch weitaus spontaneren Urteilskraft schrieb ich dann ins Weinbuch: „Ganz schön viel Geld für einen Most.“ Ich war deshalb sehr gespannt, was ich jetzt, fast 20 Jahre später und eventuell auch weiser, dazu sagen würde… Weiterlesen

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Zehn echte Weintipps von der Millésime Bio

Millésime Bio Montpellier 2020

Die Millésime Bio im südfranzösischen Montpellier ist die weltgrößte Messe für Bioweine. Und sie wird immer größer und bedeutender, in diesem Jahr kam eine fünfte Halle dazu. Waren zu Anfang die Winzer aus Südfrankreich noch unter sich, gab es mittlerweile laut Liste nicht weniger als 1.273 Stände. Soll heißen: Es ist schlichtweg unmöglich, auch nur einigermaßen durchzukommen. Allerdings ist die Zahl der internationalen Weineinkäufer (es handelt sich um eine reine Fachmesse) ebenso stark gestiegen. Höchste Zeit also für mich, es ihnen gleichzutun. Das bedeutet, drei Tage lang informieren, probieren und anschließend hier zehn Weintipps abgeben. Easy. Weiterlesen

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Natürlicher Dienstag #33 – Gut Oberstockstall

Natürlicher Dienstag Gut Oberstockstall Grüner Veltliner Maulbeerpark

Der Natürliche Dienstag besitzt – wie ihr ja vermutlich mittlerweile wisst – eine innere Agenda, was die hier vorgestellten Weine betrifft. EU-Bio ist die absolut minimale Voraussetzung. Spontangärung und Unfiltriertheit sind ebenso meist dabei. Die Schwefelgabe sollte weit unter den zugelassenen Höchstwerten liegen, gern auch bei Zero. Auch wenn ich damit die auf dem Markt befindliche Weinwelt ganz schön stark einschränke, stelle ich immer wieder fest, wie breit das geschmackliche und philosophische Spektrum immer noch bleibt. In diesem Fall möchte ich einen Wein vorstellen, der sich geschmacklich eher auf der hedonistischen Seite befindet und philosophisch bei der Biodynamik. Österreich, Grüner Veltliner vom Löss, Gut Oberstockstall. Ein Klassiker. Weiterlesen

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Kork, Glas, Nachhaltigkeit – die Agrartage in Nieder-Olm

Agrartage Nieder-Olm 2020

Die Rheinhessischen Agrartage in Nieder-Olm sind eine der wichtigsten Veranstaltungen hierzulande für alles, was mit Weinbau zu tun hat. Ob Maschinen oder Mittel, ob Verschlüsse oder Verpackungen, ob Verbände oder Initiativen – alle finden sich auf dem Messegelände nicht weit von Mainz wieder. Auf dem Freigelände stehen die Maschinen, die Stände sind auf drei beheizte Zelte und zwei Hallen verteilt. Es gibt keinen Eintritt, kein Chichi, jeder kann kommen. Das macht die Sache auf angenehme Weise professionell und entspannt zugleich. Meine selbst gestellte Aufgabe für die Agrartage: Informieren, Diskutieren, Nachdenken. Hier also ein paar Überlegungen, die ich nach dem Besuch der Messe angestellt habe. Weiterlesen

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Natürlicher Dienstag #32 – Handwein Paradox I

Handwein Paradox Dornfelder

Eric Carstensen ist kein Winzer, und Mannheim ist kein Weinbauort. Aber Eric ist dem Winzerdasein genauso nah wie Mannheim dem Wein, nämlich weitaus näher, als man erst einmal denken könnte. Ich muss gestehen, als ich das erste Mal von dem Projekt Handwein gehört habe, dachte ich spontan Folgendes (kleiner Ausflug in die Vorurteilskiste): Eric Carstensen, aha, ein Weinprojekt. Na, das wird ein BASF-Manager aus Norddeutschland sein, der gern Wein trinkt. Vielleicht ist er ein echter Fan, aber vielleicht möchte er auch für die Steuer ein bisschen Verlust einfahren. Also nichts dagegen, man kann wahrhaftig Schlechteres mit seinem Geld anfangen, als in die Winzerei zu investieren. Aber ob ich wirklich darüber berichten muss…? Ja liebe Leute, so geht das mit dem Schubladendenken. Und gut, wenn man mal so richtig daneben liegt, denn das hindert einen daran, nächstes Mal in dieselbe Kerbe zu hauen. Weiterlesen

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