Natürlicher Dienstag # 70 – Rothe Kvevri

Rothe Kvevri

Ich schäme mich ein bisschen. Dies ist bereits Folge 70 des Natürlichen Dienstags, ich wohne in Franken, und Manfred Rothe aus Nordheim ist einer der profiliertesten Winzer, wenn es um Naturwein hierzulande geht. Wer einmal (oder, noch besser, gleich mehrere Jahrgänge) seinen Silvaners Indigenius probiert hat, weiß, was ich meine. Dennoch hat es bis jetzt gedauert, ehe ich zum ersten Mal einen Rothe-Wein hier vorstelle. Nein, halt, letztes Jahr beim Internationales Silvanerpreis war der Indigenius schon einer meiner absoluten Favoriten. Aber da wusste ich beim Probieren ja nicht, was ich vor mir habe. Jetzt soll es also um den roten Kvevri-Wein gehen. Der kostet durchaus ein kleines Sümmchen, und nicht nur deswegen war ich sehr gespannt, was mich erwarten würde… Weiterlesen →

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Natürlicher Dienstag # 69 – Schmidt Souvignier Gris

Schmidt Souvignier Gris

Schmidt ist nach Müller der zweithäufigste Familienname in Deutschland. Nimmt man noch die Varianten Schmitt und Schmid dazu, sind die ehemaligen Schmiede sogar ganz vorn. Ein Winzer namens Schmidt hat damit zumindest namensmäßig nicht unbedingt ein Alleinstellungsmerkmal. Souvignier Gris hingegen ist definitiv nicht der Schmidt unter den Rebsorten. Im Jahr 2015 waren laut offiziellen Angaben 2 ha in Deutschland damit bestockt. Auch wenn diese Zahl inzwischen gestiegen sein dürfte, haben viele Weinliebhaber/innen möglicherweise noch nie einen Souvignier Gris getrunken. Ich schon, wobei es sich in diesem Fall nicht um einen selbstbestimmten Akt handelte. Der Souvignier Gris vom Ökologischen Weingut Schmidt aus Baden stand nämlich als anonymes Getränk auf dem Tisch vor mir. Und zwar beim EcoWinner 2020-Wettbewerb Ende August in Oppenheim. Weiterlesen →

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Wie schmeckt denn bitteschön ein Arbst?

Historische Rebsorten Arbst Schwarzurban

Gebt es zu, das ist doch mal eine Frage, die ihr euch selbst schon häufig gestellt habt. Die Frage nach dem arbstigen Geschmack. Wobei die meisten Menschen vermutlich erst einmal wissen möchten, was das ist, ein Arbst. Es handelt sich dabei um eine historische Rebsorte, von der man schon glaubte, dass sie ausgestorben sei. Anderen Quellen zufolge ist der Arbst lediglich eine Mutation des Spätburgunders. Wie dem auch sei, hier steht jedenfalls eine Flasche davon vor mir. Und ein Schwarzurban, Hartblau, Kleinberger, Adelfränkisch, elf rebsortenreine Weine insgesamt. Selten bin ich auf einen Weintest so gespannt gewesen wie auf diesen hier. Unbekannte Welten warten auf mich.

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Natürlicher Dienstag # 68 – Jutta Ambrositsch Rakete

Rakete Ambrositsch Wein

Rakete, habe ich gehört, soll auf Wienerisch nicht nur einen Flugkörper mit Rückstoßantrieb bezeichnen, sondern auch einen Zustand. Nämlich den des leichten Angeschickertseins. Genau dafür ist dieser Wein auch gedacht. Nicht für die Punkte im Weinguide, sondern für den Spaß. Shake resolutely, drink chilled, steht da auf dem Etikett auf gut Weanerisch, und nach dieser Gebrauchsanweisung werde ich auch handeln. Winzerin Jutta Ambrositsch, zu der ich gleich noch komme, heißt übrigens seit ihrer Heirat nicht mehr Ambrositsch, sondern Kalchbrenner. Der Einfachheit und der Markenkontinuität zuliebe bleibt es aber offiziell auch auf ihrer Website beim Weinbau Ambrositsch. Jetzt aber her mit der Rakete! Weiterlesen →

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Natürlicher Dienstag # 67 – Camin Larredya

Camin Larredya La Part Davant

Wir sind in sprachlich fremden Welten angekommen. Camin Larredya heißt das Weingut, und seine Weine tragen Namen wie Costat Darrèr und Au Capcéu. Ganz klar, schlussfolgert hier der Weinprofi, das muss Katalonien sein. In Wirklichkeit stimmt das zwar überhaupt nicht, ist aber auch nicht so grotesk falsch, wie es sich zunächst anhört. Das Weingut Camin Larredya von Jean-Marc Grussaute befindet sich nämlich im Südwesten Frankreichs, genauer gesagt in der Appellation Jurançon. Dort sprach man früher einen okzitanischen Dialekt, und aus jenem stammen die Bezeichnungen der Parzellen und somit der Weine. Gut, alles geklärt, dann können wir ja wieder gehen. Aber nichts da, denn diesen Wein hier sollte sich niemand entgehen lassen. Weiterlesen →

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Analyse – Weshalb Rosé die Weinwelt rettet

Rosé road to success

Neulich hatte ich im Mafo-Newsletter des Deutschen Weininstituts gesehen, wie sich die registrierten Weinverkäufe in diesem Jahr entwickelt haben (ich zeige das gleich weiter unten). Während die ersten Monate ein wenig zäh waren, ging es im zweiten Quartal richtig ab. Und der überragende Gewinner dabei war die Weinfarbe Rosé mit exorbitanten Steigerungsraten. Warum könnte das so sein? Und was lernen wir als Weinleute daraus? Ich habe mich hier mal ein wenig aus der Deckung gewagt und präsentiere ein paar Grafiken und analytische Überlegungen, die mit Weinkonsum, Demographie und Diversität zu tun haben. Wäre ja schade, wenn ich meine beruflichen Skills nur beim Plaudern während des Abendessens anwende… Weiterlesen →

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