Kulinarischer Einkaufsführer Lüttich, Teil 1

Lüttich, Luik, Liège – drei Namen für eine Stadt, je nachdem, aus welcher Richtung man sich ihr nähert. Leute sagen, dies sei eine heruntergekommene Stadt, schmutzig, chaotisch, schwerindustriell, arbeitslos – und deshalb würden sie nie dorthin fahren… Ich habe ein Jahr lang in Lüttich gelebt und wage deshalb, Folgendes zu behaupten: Lüttich ist eine Stadt mit der Visage eines ausrangierten Boxers, aber dem Herz des größten Philantrophen. Lüttich ist der letzte Außenposten der französischen Lebensart und gleichzeitig tief in der regionalen Arbeiterkultur verwurzelt. Hier isst der Busfahrer Austern, und der Unternehmer wählt die Sozialisten. Eine ganz individuelle und immer etwas schräge Stadt, durch die Euch mein Shopping-Raubzug jetzt führen soll. Weiterlesen

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Der Klassiker: William Fèvre Chablis 2004

“Fräu’n, nehm se doch ma den ollen Schielehnen hier wech, ick trink doch keen Schardonnee. Ham se nich n anständijen Schabblie?” Der alte, schlechte Witz, leider nur allzu real existent in der gutbürgerlichen Gaststube, die ich (nicht ganz freiwillig) besuchen durfte. Aber es ist auch ein bisschen merkwürdig: Von Chablis bis nach Dijon, der nördlichsten Ecke des “echten” Burgund, sind es genau 137 Kilometer. Dazwischen ist nichts. Gut, Wald, Wiesen und Dörfer natürlich, aber keine Weinberge. Dass man bei dieser Isolation den Chablis für einen Wein aus einer eigenen Rebsorte hält, ist daher irgendwie nachvollziehbar. Weiterlesen

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Saudade in der Casa da Morna

“Saudade” – das ist Weltschmerz auf Portugiesisch. Keine Verzweiflung, sondern bittersüß, ein Seufzer beim Blick auf die Weiten des Meeres. Interessanterweise haben die Portugiesen dieses Gefühl in all ihre ehemaligen Kolonien exportiert und von dort in modifizierter Form zurückerhalten. Die “Morna” von den Kapverden ist sozusagen das subtropische Pendant zum portugiesischen Fado, dem bekanntesten Sehnsuchtsgesang der Welt. Cesaria Evora hat diese Musik einem größeren Publikum nähergebracht, und genau wie es in Lissabon Fado-Restaurants gibt, gibt es auch ein Morna-Restaurant, die “Casa da Morna“. Weiterlesen

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Shipspotting mit Käpt’n Matze

Samstag Abend, wunderbares Wetter draußen, da ist nix los im Internet. Zum Glück natürlich. Einerseits, weil man sich sonst vielleicht Sorgen machen müsste wegen fehlender Sozialkontakte. Andererseits aber auch, weil dann niemand wirklich merkt, dass ich wieder einen grotesken Artikel veröffentliche. Mein neuestes Nebenbei-Hobby heißt nämlich “Shipspotting”. Links seht Ihr zum Beispiel, wie die “Queen Victoria” gerade an meinem Balkon vorbeigeschippert kommt. Weiterlesen

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Der schwierige Gesprächspartner: Kühn Doosberg 2007

Normalerweise unterhält man sich nicht mit einem Wein, ich weiß, jedenfalls nicht bei freudigen Anlässen. Man unterhält sich vielmehr beim Wein und ist dann eher daran interessiert, dass das spritzige Gesöff die Zunge des Gegenübers lockert. Oder man unterhält sich über den Wein, benutzt allerhand bunte Worte und Assoziationen und hofft wiederum, sein Gegenüber damit zu beeindrucken. Diesen Wein jedoch würde ich zunächst einmal zum Selbststudium empfehlen. Meinetwegen auch zum Gespräch über ihn, aber da sollte der Gesprächspartner gut gewählt sein. Für lockeres Plaudern beim Wein soll er jedoch völlig ungeeignet sein. Ein astreiner Blind-Date-Verderber sozusagen. Wird jedenfalls behauptet. Weiterlesen

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Ist der Jahrgang 2011 schon wieder vorbei?

Die letzte Nacht hat uns Hausbewohnern wenig ausgemacht. Als ich draußen war, habe ich zwar spontan gemerkt, dass ich ein wenig zu dünn angezogen war, aber das war’s dann auch. In den Weinbergen sehen die Auswirkungen ganz anders aus. Dirk Würtz hat auf seinem Blog Schreckliches zu berichten. Meine lieben Verwandten und Freunde in Franken sind sogar völlig aus dem Häuschen: 95% Schaden im Randersackerer Pfülben und in den Iphöfer Spitzenlagen. Und das sind nur die Sachen, die ich jetzt direkt gehört habe. Fast tiefer als die drohenden finanziellen Verluste steckt momentan der Frust, dass die ganze Arbeit umsonst war. Ein wirklich katastrophaler Anfang des Weinjahrgangs 2011…

Mini-Edit: Die 95% beziehen sich auf bestimmte Parzellen. Frankenweit sind es wohl 60-70%, aber richtig davon gekommen ist kaum jemand. Leute, kauft die älteren Jahrgänge, die die Winzer noch im Keller haben! Dann bleiben sie liquide und können auch nach solchen Nackenschlägen wieder weitermachen.

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