Marcolini & Co: Die Chocolatiers von Brüssel

Brüssel ist das Epizentrum der Schokolade. In keiner anderen Stadt der Welt gibt es eine derartige Dichte exzellenter Chocolatiers – immerhin ist Brüssel nicht viel größer als Köln. Die acht Chocolatiers, die ich Euch hier vorstellen möchte, machen daher auch nur die qualitative Spitze des Eisbergs aus. Sogar in den Vororten existieren kleine Läden, die vom Baguette bis zur Praline alles selbst herstellen. Natürlich gibt es auch die kreischend bunten Läden in der Touristenzone, die ihrem Äußeren zum Trotz größtenteils hemmungslos übersüßte und geschmacklich fade Ware anbieten. Aber die werden wir zu vermeiden wissen. Dass uns Schokolade im Winter wesentlich besser als im Sommer gefällt, hat übrigens nicht nur etwas mit ihrer in der Wärme zu einem Schmierflatsch neigenden Konsistenz zu tun. Nein, in der kalten Jahreszeit verlangt es uns intuitiv nach einem virenabwehrenden Speck auf den Rippen. Auf diese Weise lässt sich das Angenehme hervorragend mit dem Nützlichen verbinden. Weiterlesen

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Hochzeitsbesuch in Randersacker

Randersacker ist ein fränkischer Weinort in der Nähe von Würzburg. Es gibt hier im Herzen des Muschelkalk-Landes 16 direktvermarktende Winzer neben einer noch größeren Anzahl von Nebenerwerblern, die ihre Trauben an den Koloss GWF abliefern. Hier bei einer Hochzeit eingeladen zu sein, bedeutet für mich deshalb, das Angenehme mit dem Angenehmen verbinden zu können. Nach der Feier (von der ich Euch zwei lokale Weine vorstellen möchte) habe ich mich deshalb mit meinem Gastgeber noch einmal in die Weinberge aufgemacht. Weiterlesen

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Meantime “Union” – das Wiener Bier aus London

Dass einem außergewöhliche Bieretiketten sofort ins Auge fallen, ist nicht allzu häufig. Adler, Ranken, goldenes Geschwurbel oder eine selbstgemalte, pseudo-keltische Szenerie von großer Geschmacklosigkeit. Als ich jedoch am Bierregal vorbeikam und mich unvermittelt der Papierene anblickte, war mir sofort klar: Dieses Bier muss ich haben! Um ehrlich zu sein, schaut der Protagonist auf dem Etikett den Käufer gar nicht an, sondern er blickt in die Höhe, über eine imaginäre Kamera hinweg, hin zu seinen Schutzengeln. “Dass mir die Gegner diesmal nicht so arg in die Knochen treten”, ist sein erster Wunsch bei einem spontanen Feenbesuch. Aber was befindet sich jetzt in der Flasche? Weiterlesen

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Vorwärts in alle Richtungen: die Top 3 meines Jahres 2011

Ein Jahresrücklick hat, wenn er nicht zu jener Sorte gehört, die die ewig gleichen Bilder wiederkäut, immer ganz automatisch einen sehr persönlichen Touch. “Nie wieder Langeweile!”, so hatte ich meinen Jahresrückblick 2010 betitelt. Diese Befürchtung brauchte ich im Jahr 2011 nicht zu haben. Eher würde ich von übergroßer Kurzweil sprechen, vom Leben aus dem Koffer, von vielen Eindrücken und vielen Anregungen. Als ich mich gestern durch die Fotos geklickt habe, um meine Top 3 herauszusuchen, kam es mir fast so vor, als wäre alles ein wenig schnell gegangen. Als müsste ich erst einmal inne halten, alles sortieren, aufarbeiten, die richtigen Schlüsse ziehen. Das wird vielleicht eine wichtige Aufgabe für 2012 sein. Hier geht es aber in den bewährten Rubriken erst einmal um das, was gewesen ist und um das, was davon bleibt. Weiterlesen

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Der beste Wein aus Belgien: L’Effervescence de Roisin 2007

Mein früherer Chef ist ein echter Brüsseler. Gut, italienischer Abstammung, aber das macht ihn noch vertrauenswürdiger, was die Einschätzung der belgischen Weinszene anbelangt. Da ich wusste, dass er über eine entsprechend große praktische Erfahrung verfügt, habe ich ihn gefragt, welchen Wein aus Belgien er mir denn guten Gewissens empfehlen könne. “Guten Gewissens”, meinte er, “guten Gewissens gar keinen. Trink lieber handgemachtes Bier, das können wir besser. Aber probier’ es selbst aus.” Trübe Aussichten also. Aber neben den ganzen wahlweise teuren und dünnen oder teuren und technischen Produkten, die Länder ohne Weinbautradition offenbar erst einmal auf den Markt bringen, habe ich jetzt doch ein ausgesprochen gelungenes Exemplar gefunden, den “Effervescence de Roisin”. Weiterlesen

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Familien-Weihnachtsplätzchen-Parade

Ab und an ist es ganz angenehm, in gewisse Familienstrukturen integriert zu sein. In kulinarischer Hinsicht sind dabei die Weihnachtsplätzchen seit vielen Jahren eines der wahren Highlights im Kalender. Zugegeben, die Produzentin dieser Gebäcke handhabt die ganze Sache derartig traditionell, dass es die Plätzchen immer erst an Weihnachten gibt. Früher war das so üblich, als man noch nicht ab Juli mit Lebkuchen überhäuft wurde und Weihnachten als Synonym für “pappsatt” stand. Als Kind wäre ich möglicherweise rasend geworden, denn für mich gehörten damals die Plätzchen zwingend zum Advent und nicht erst zum Baum. Aber vielleicht hätte ich die Idee dahinter auch nachvollziehen können, weil ich trotz gelegentlicher Raserei tendenziell ein verständiges Kind war. Weiterlesen

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