
Ein Jahresrückblick ist immer eine gute Gelegenheit, die wichtigen Erlebnisse des vergangenen Jahres noch einmal einer Neubewertung zu unterziehen. Und so habe ich mich durch die vielen Fotos auf meiner Festplatte geklickt und währenddessen darüber nachgedacht, was 2018 alles passiert ist – nicht nur bei mir, sondern auch woanders auf der Welt. Vielleicht täusche ich mich ja, aber eine Sache ist mir dabei besonders aufgefallen. Ich hatte in diesem Jahr 2018 den Eindruck, dass gerade meine Generation im Moment ganz stark auf der Suche ist nach der verlorenen Zeit. Dass “wir” uns die Rückkehr von Elementen wünschen, von denen wir glauben, dass es sie in dieser Form nicht mehr gibt. Weiterlesen

Fortbildung ist eine gute Sache, das wird wohl niemand bestreiten. Nur sinnvoll sollte sie sein, also tatsächlich Lücken füllen, Horizonte erweitern, für die praktische Arbeit von Nutzen. Darüber hinaus sollte sie irgendwie herzeigbar sein. Also ein Zertifikat, das ein gewisses Renommee besitzt und auch eine ausreichende Verbreitung. Solche Gedanken leiteten mich, als ich im Spätwinter dieses Jahres meinen ersten
Wenn ich erzähle, dass ich in Japan Weingüter besuche, kommt nicht selten die Reaktion: “Wie, ich wusste gar nicht, dass in Japan überhaupt Wein erzeugt wird!” Aber ja doch, und das mittlerweile gar nicht so wenig. Trauben werden sogar schon seit über tausend Jahren angebaut. Die Weinerzeugung förderte allerdings erst Kaiser Meiji im 19. Jahrhundert, der auch ansonsten die Öffnung Japans auf vielerlei Weise betrieb. Ganz so lange ist meine Gesprächspartnerin Machiko Ochi noch nicht dabei. Aber immerhin lebt und arbeitet sie auf der Coco Farm, seit ihr Vater vor 60 Jahren mit dem Traubenanbau begann. Ein Ortstermin der besonders interessanten Art. 
Konnichiwa aus Tokio! Mal wieder, ich weiß, aber diesmal richte ich mich gezielt an Euch, liebe Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber. Koshu ist die ureigene japanische Rebsorte, die praktisch ausschließlich hier wächst. Zwar soll sie angeblich vom Kaukasus stammen und von den Chinesen nach Japan gebracht worden sein. Aber da sie hier seit mindestens 800 Jahren angepflanzt wird, kann man mit Fug und Recht von einer einheimischen Sorte sprechen. Die Beeren sind leicht rötlich eingefärbt wie beim Grauburgunder. In der Regel wird aus Koshu allerdings ein sehr trockener, mineralischer Weißwein bereitet. Solltet Ihr zufällig einmal in Tokio sein und etwas Weinspezifisches mit nach Hause nehmen wollen, was man anderswo nicht bekommt, nehmt eine Flasche Koshu. Und solltet Ihr wiederum nur kurz in Tokio sein, dies sind die zwei Läden, die das beste Angebot bereithalten.