
Es waren einmal drei Landvermesser, die wollten die Erde ganz besonders genau abbilden. Sie hatten aber nur eine platte Karte, während die Erde – das wussten sie alle – nun einmal rund ist. Was sollten sie tun?

Es waren einmal drei Landvermesser, die wollten die Erde ganz besonders genau abbilden. Sie hatten aber nur eine platte Karte, während die Erde – das wussten sie alle – nun einmal rund ist. Was sollten sie tun?

Das ist eine ebenso einfache wie große Frage. Und ein ebenso kluger wie reflektierter Mann wie der italienisch-kanadische (sic!) Weinexperte Ian d’Agata sollte doch darauf eine Antwort haben. Sonst hätte er ja nicht sein großartiges Buch „Native Wine Grapes of Italy“ schreiben können.

“Nein”, sage ich zu Frank, “so kann das nicht weitergehen.” Frank und ich kommen aus demselben Dorf und kennen uns schon seit der ersten Schulklasse. Jetzt – wir schreiben das Jahr 1992 – sind wir unterwegs in Italien. Und zwar mit dem Zug. “Interrail” heißt das Zauberwort, das uns mit einem einzigen Ticketheft für 600 Mark einen Monat lang freie Fahrt in ganz Europa ermöglicht. Viele haben das damals gemacht. Aber wir müssen uns jetzt etwas anderes überlegen, denn: So kann das ja nicht weitergehen.

Slow Food ist eine ganz große Nummer in Italien. Das merkt man allerspätestens dann, wenn man bei den Bucherscheinungen nachschaut. Es gibt eigene Slow Food-Guides für Restaurants, für lokale Spezialitäten, für Olivenöl, für Bier – und natürlich auch für Wein. Jener heißt logischerweise “Slow Wine” , kommt jedes Jahr heraus und geht auch auf Tournee. 50 italienische Weingüter, die sich dem Slow Food-Gedanken verpflichtet fühlen, waren diesen Montag zu Gast in München in den Räumen des Eataly. Ich war dabei, und so lief mein Tag.