Istanbuler Street Food-Alphabet, Kes-Y

Zweiter und letzter Teil des Alphabets. Mit meiner Begeisterung für Kokoreç bin ich übrigens nicht allein auf der Welt. Jeden Tag kommen Leute dank Google-Treffern auf meinen Blog. Alle suchen nach Kokoreç-Ständen in Deutschland, besonders in Berlin. Das ist vermutlich nicht die übliche Leserschaft für meine Artikel hier, aber ganz sicher ein Hinweis auf eine Marktlücke. “Mein” Kokoreçer am Tarlabaşı-Boulevard musste bei meinem ersten Besuch dieses affig gestellte Daumen-hoch-Foto über sich ergehen lassen. Aber ab dem dritten Mal kennt man sich irgendwie, die Atmosphäre wird sehr entspannt. Zum Feierabend konnte ich übrigens einen Mann beobachten, der sich an jenem Stand ein ganzes Weißbrot voll mit Kokoreç füllen ließ, davon herzhaft abbiss und ohne Bezahlung abdampfte. Nachbarschaftshilfe, nehme ich an. Vielleicht ein Klempner, Fernsehtechniker oder Grillinstallateur, der sich dank geleisteter Arbeit ein Jahr lang über Flatrate-Kokoreç freuen kann. Weiterlesen

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Istanbuler Street Food-Alphabet, B-Kel

Das Beste habe ich mir für den Schluss aufgehoben: Istanbul ist die Welthauptstadt des Street Food, und ich bin der größte Street Food-Fan. Okay, es gibt noch Bangkok und Delhi, und ja, es gibt auch Anthony Bourdain. Aber eine geringfügige Übertreibung ist ja nichts Verwerfliches. Weil die Vielfalt aber so groß ist (und ich trotzdem noch einiges ausgelassen habe), musste ich das Istanbuler Street Food in zwei Abschnitte teilen. Voilà, hier kommt der erste. Die Bezeichnung “Street Food” bitte ich übrigens großzügig auszulegen. Ich habe darunter allerlei Imbisswaren gefasst, die man entweder tatsächlich auf die Hand bekommt oder aber in einem Ambiente, das sich nicht wirklich für ein romantisches Date eignet. Weiterlesen

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Weinprobe: Alpenweine aus Savoyen

Weine aus den Savoyer Alpen, also der Gegend südlich des Genfer Sees, sind außerhalb Frankreichs relativ unbekannt. Ich untertreibe. Sie sind völlig unbekannt. Die Franzosen kennen sie hingegen vor allem aus dem winterlichen Skiurlaub, leider aber als helle und dünne Plörre. Bevorzugt zu Raclette oder Fondue gereicht, scheinen die meisten der vor Ort ausgeschenkten Produkte eine derart bedauerliche Qualität aufzuweisen, dass ihre Expansion bereits bei Kilometer Null erfolgreich gestoppt wurde. Heute sollte der Gegenbeweis angetreten werden: Weine aus Savoyen sind gut, sind einzigartig, sind eine Empfehlung wert. Wie ist das Ganze ausgegangen? Weiterlesen

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Süßes Istanbul: In der Muhallebici

Was mich immer gewundert hat bei all den Istanbul- und Türkei-Reiseführern, die ich in die Hand genommen hatte: Pastanes mit ihrem Angebot an Baklava werden überall gelistet, Lokum-Shops auch, aber Muhallebicis viel zu selten. Konnten die Autoren das Wort nicht schreiben? Kam ihnen das dort Gebotene zu wenig exotisch vor? Konnten sie hier nichts bezüglich Übersüße und Kalorienschwere der türkischen Süßigkeiten ablästern? Ich weiß es nicht. Allerdings weiß ich, dass Muhallebicis eine enorme Rolle im täglichen Leben der Istanbuler spielen. Und in meinem auch, denn Sütlaç habe ich noch häufiger als Kokoreç in Istanbul gegessen. Was ist also eine Muhallebici? Weiterlesen

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Zum Zustand des türkischen Weins

Mein Monat in Istanbul ist vorbei, und da bietet sich natürlich ein kleines weinspezifisches Fazit an. Eins gleich mal vorweg: Die Türkei im Allgemeinen und Istanbul im Speziellen sind von einer ungeheuren Dynamik geprägt. Überall neue Unternehmungen, junge Leute, ständige Veränderung. Wenn ich hier über den Zustand des türkischen Weins schreibe, ist das also erstens nur eine Momentaufnahme. Zweitens handelt es sich um meinen ganz subjektiven Eindruck. Ein Jahr später werden schon wieder völlig andere Protagonisten mit ihren Weinen auf den Markt geschwappt sein. Ich habe in Istanbul überraschend viel Geld für Wein ausgegeben, aber dafür auch die Gelegenheit gehabt, Abende lang bei einer Flasche zu verharren und über meine Eindrücke zu diskutieren. Das Schicksal eines Amateurs. Glanz und Elend lagen oft dicht beieinander. Genau das macht aber den Spaß des Experimentierens aus. Weiterlesen

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Altes Familienrezept: Kartoffelpuffer baltische Art

Wenn es in meiner Kindheit Kartoffelpuffer gab, habe ich immer gejubelt. Kartoffelpuffer waren mein Lieblingsessen. Leider gab es sie nicht allzu oft, denn die Begleiterscheinungen insbesondere für die Braterin waren eher unangenehm: Zunächst einmal brauchte man große Kartoffeln, damit das Reiben nicht so mühselig wurde. Und auf unserem Acker fühlten sich vornehmlich die kleinen, nussigen Kartoffeln wohl. Dann gab es immer einen ungeheuren Rauch und Fettgestank in der Küche, der Tage brauchte, um wieder zu verschwinden. Und zuletzt schmecken Kartoffelpuffer am besten heiß und knusprig direkt aus der Pfanne. Wer brät, bekommt davon nur noch die letzte Fuhre ab. Weiterlesen

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