
Es gibt in der Weinwelt derzeit kaum etwas, das in seiner Kombination aus interessant, exotisch und schwer erhältlich den japanischen Wein toppen kann. Wohl wahr, ein Romanée-Conti ist teuer und eine Mikro-Cuvée aus dem Jura selten, und das ist japanischer Wein aus der Koshu-Traube beides nicht. Er ist sogar relativ leicht erhältlich – allerdings nur in Japan selbst. In Deutschland habe ich außerhalb der ProWein noch nie einen gesehen. Aber wer weiß, ob sich dank des neuen EU-Japan-Abkommens daran nicht bald etwas ändert. Vielleicht steht in Nordic Cuisine-Restaurants Koshu künftig in großer Auswahl auf der Karte. Für diesen Fall (oder auch den mindestens ebenso angenehmen, dass Ihr selbst nach Japan kommt) möchte ich hier schon einmal vorbereitend tätig sein. Ich habe nämlich sechs der interessantesten Koshus getestet. Weiterlesen
Fortbildung ist eine gute Sache, das wird wohl niemand bestreiten. Nur sinnvoll sollte sie sein, also tatsächlich Lücken füllen, Horizonte erweitern, für die praktische Arbeit von Nutzen. Darüber hinaus sollte sie irgendwie herzeigbar sein. Also ein Zertifikat, das ein gewisses Renommee besitzt und auch eine ausreichende Verbreitung. Solche Gedanken leiteten mich, als ich im Spätwinter dieses Jahres meinen ersten
Wenn ich erzähle, dass ich in Japan Weingüter besuche, kommt nicht selten die Reaktion: “Wie, ich wusste gar nicht, dass in Japan überhaupt Wein erzeugt wird!” Aber ja doch, und das mittlerweile gar nicht so wenig. Trauben werden sogar schon seit über tausend Jahren angebaut. Die Weinerzeugung förderte allerdings erst Kaiser Meiji im 19. Jahrhundert, der auch ansonsten die Öffnung Japans auf vielerlei Weise betrieb. Ganz so lange ist meine Gesprächspartnerin Machiko Ochi noch nicht dabei. Aber immerhin lebt und arbeitet sie auf der Coco Farm, seit ihr Vater vor 60 Jahren mit dem Traubenanbau begann. Ein Ortstermin der besonders interessanten Art. 
Konnichiwa aus Tokio! Mal wieder, ich weiß, aber diesmal richte ich mich gezielt an Euch, liebe Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber. Koshu ist die ureigene japanische Rebsorte, die praktisch ausschließlich hier wächst. Zwar soll sie angeblich vom Kaukasus stammen und von den Chinesen nach Japan gebracht worden sein. Aber da sie hier seit mindestens 800 Jahren angepflanzt wird, kann man mit Fug und Recht von einer einheimischen Sorte sprechen. Die Beeren sind leicht rötlich eingefärbt wie beim Grauburgunder. In der Regel wird aus Koshu allerdings ein sehr trockener, mineralischer Weißwein bereitet. Solltet Ihr zufällig einmal in Tokio sein und etwas Weinspezifisches mit nach Hause nehmen wollen, was man anderswo nicht bekommt, nehmt eine Flasche Koshu. Und solltet Ihr wiederum nur kurz in Tokio sein, dies sind die zwei Läden, die das beste Angebot bereithalten.
