Best of Gold 2021 – Franken-Silvaner total übertrieben

Franken Best of Gold Stein

Vor ein paar Tagen war es wieder soweit: Der Fränkische Weinbauverband hatte ins Kloster Himmelspforten eingeladen, um die besten Weine aus Franken zu ermitteln. Für mich war es mittlerweile das dritte Mal, dass ich als Juror beim Best of Gold dabei sein konnte. Um mich herum beim Testvolk wahrscheinlich so viele Michelin-Sterne wie noch nie. So viele Weine wie noch nie ohnehin, es gab 424 Bewerber für lediglich zehn Siegerpreise. Ist es uns also gelungen, tatsächlich die allerbesten Weine Frankens herauszufiltern?

Was habe ich beim Best of Gold 2021 gemacht?

Nun, ich erwähnte ja schon, dass dies bereits mein drittes Best of Gold war. Hier könnt ihr von der Ausgabe 2019 lesen, bei der wir doch tatsächlich einen Süßwein der GWF ganz nach oben gewertet hatten. Und hier noch der Link zur Ausgabe 2020, die mit einem Besuch bei Richard Östreicher endete.

Tasting Best of Gold

Für all diejenigen, die mit diesem Wettbewerb nichts anfangen können, ein paar erläuternde Worte vorweg. 2021 war bereits die 18. Ausgabe des Best of Gold. Es gibt insgesamt zehn Kategorien, die von „Weißwein fränkisch trocken bis maximal 12,5 vol%“ bis zu edelsüßen Weinen „ab Beerenauslese aufwärts“ reichen. Mitmachen dürfen automatisch alle Weine, die bei der Fränkischen Weinprämierung eine Goldmedaille abgeräumt hatten. Zusätzlich gibt es aber noch Weine, die ihre Chance „auf dem zweiten Bildungsweg“ erhalten, wie Koordinator Hermann Mengler das so treffend beschrieb. Das sind Weine, die nicht zur Fränkischen Weinprämierung eingereicht wurden, die die Organisatoren aber trotzdem gern beim Best of Gold dabeihaben möchten. Solche Weine wurden dann direkt bei den Weingütern angefragt.

Ich war diesmal in der Vorrunde eingeteilt für zwei Kategorien: Edelsüß und Silvaner Premium. Für Semifinale und Finale saß ich dann ausschließlich am Tisch der Premium-Silvaner.

Der beste Silvaner aus Franken

Weil ich an dieser Stelle nichts wiederholen möchte, was woanders viel dezidierter steht, hier erst einmal die Links zu den offiziellen Artikeln. Hier geht es zum Überblicksartikel des Best of Gold 2021 und hier zur Auflistung der Siegerweine.

Best of Gold Franken Siegerwein Emmerich 2008

Wie ihr dort lesen könnt, hat unsere Gruppe unter der Patenschaft von Sommelière Marie Christin Baunach (Seehotel Überfahrt, drei Michelin-Sterne) einen Silvaner aus dem Jahrgang 2008 ganz nach oben gevotet. Nein, kein Tippfehler, das ist wirklich ein 13 Jahre alter trockener Weißwein, ganz aktuell angestellt. Und total übertrieben. Das Weingut Emmerich hatte den Mut, mit seiner Selection den mit Abstand ältesten Wein in dieser Kategorie ins Rennen zu werfen – und wurde sichtlich belohnt.

Natürlich hat man dem Wein die Reife aromatisch angemerkt, und natürlich sind das letztlich im Vergleich mit den vielen angestellten 2020er Weinen Äpfel und Birnen, die wir da in eine Rangfolge bringen sollten. Aber die Emmerich-Selection ist nicht nur ein sehr guter Wein, sondern auch ein Statement. Es ist ja immer noch so, dass die hochwertigsten deutschen Weißweine überwiegend im Jahr nach dem Marktstart getrunken werden. Dabei geht es auch anders. Oh lernet gereifte Weine wieder schätzen, werte Leserschaft!

Trotzdem gab es natürlich auch deutlich jüngere Weine, die mir ebenso gut gefielen. Meine beiden anderen Favoriten (nachher erfragt, war ja schließlich Blindprobe bis zum Schluss) waren das 2017er GG Mönchshof vom Weingut Bickel-Stumpf, das ich ja hier schon ausgiebig vorgestellt hatte. Und der 2020er Silvaner L aus dem Escherndorfer Lump von Daniel Sauer.

Zu viel Silvaner?

Überraschend fand ich hingegen, dass der Silvaner auch dort die Nase vorn hatte, wo es gar nicht hätte sein müssen. Der 2020er Blaue Silvaner von Sandra Sauer beispielsweise in der Kategorie „neutrale Weißweine“ (da gäbe es vielleicht auch schönere Bezeichnungen) gegen die ganzen Weißburgunder und Chardonnays. Oder die 2019er Alten Reben aus dem Katzenkopf vom Weingut Max Müller I in der Holz- und Barrique-Kategorie. Oder die 2014er TBA aus dem Julius-Echter-Berg vom Weingut Juliusspital. Wobei letztere sich gerüchteweise nur knapp durchsetzte gegen eine ausgezeichnete Albalonga-TBA (!) von Martin Göbel.

Best of Gold Tasting Himmelspforten

Wenn man nicht die Details der angestellten Weine kennt, könnte auf diese Weise der Eindruck entstehen, dass Franken fast ausschließlich Silvaner bedeutet. Richtig, Silvaner war auch quantitativ die wichtigste Rebsorte beim Wettbewerb. Aber bei weitem nicht so dominierend, wie die ersten Preise das vermitteln. Irgendwie bestätigt das meinen Eindruck, dass die fränkischen Winzer Silvaner nicht nur als Identitätsrebsorte begreifen, sondern auch qualitativ total übertreiben, indem sie sie für ihre besten und ausgefeiltesten Weine benutzen.

Eine Kategorie haben viele Juror*innen aus der Sommelierszene allerdings vermisst: die wilden Weine. Gerade weil sich Silvaner als Rebsorte vielleicht am allerbesten für Orange, Natural, PetNat, ungewöhnliche Ausbaumethoden eignet. Durch seinen hohen Pektingehalt werden die Silvanertrauben ohnehin häufig einer gewissen Maischestandzeit unterzogen. Da ist es oft nur ein kleiner Schritt zu ausgefalleneren Varianten, von denen es in Franken mittlerweile nicht wenige gibt. Ich gebe zu, „Best of weird Franken“ wäre eine Kategorie, die dem gewöhnlichen Weinfestbesucher weniger behagt. Aber man würde damit die Experimentierlust der Winzer unterstützen – und vielleicht auch ein paar von ihnen, die eher vom Export leben, zum Mitmachen animieren.

Metamorphose – Gut Wilhelmsberg in Kitzingen

Gut Wilhelmsberg Franken Wein

Damit komme ich zum Abschlusstag des Best of Gold, der seit jeher den Weingutsbesuchen gewidmet ist. Für mich sind das immer besondere Highlights, denn Organisator Andreas Göpfert hat nun einmal das richtige Händchen dafür, stets richtig interessante Betriebe auszuwählen. Unser erster Weg führte uns also nach Kitzingen, in die Gebäude der ehemals bedeutenden Weinhandlung Meuschel, die fast nebenbei auch eigenen Wein kelterte. Der schwäbische Biowinzer Markus Heid konnte einen befreundeten Investor davon überzeugen, sein Geld genau hier hineinzustecken, als der Betrieb zum Verkauf stand. Und das war (sage ich jetzt als Hellseher) ein absoluter Glücksfall für Weinfranken.

Zum einen deshalb, weil mit Lukas Herrmann ein ehemaliger Geisenheimer die Verantwortung vor Ort trägt, der trotz seiner jungen Jahre schon viel von der Weinwelt gesehen hat. Zum anderen, weil die beiden sich anschicken, endlich mal richtig richtig gute Sekte aus Silvaner zu kreieren. Wir konnten die vor Ort degorgierten Ausgaben aus 2018, 2019 und 2020 probieren und waren beeindruckt. Das ist die neue deutsche Schaumweinwelt, ganz stark an die Champagne angelehnt und ganz weit weg von zu reif gelesenen Flachblasern.

Sekte Gut Wilhelmsberg Franken

Und es gibt noch einen dritten Grund, den als positiv herauszuheben man mich schelten mag, aber ich empfinde es tatsächlich so. Markus Heid und Lukas Herrmann kommen nicht aus Franken. Sie sind nicht verpflichtet, in irgendwelche Fußstapfen zu treten oder irgendwelchen etablierten Erwartungshaltungen zu entsprechen. Deshalb können sie sich auch Folgendes trauen: Nachdem sie ihren ersten Silvanerjahrgang wie mittlerweile üblich in die Schlegelflasche gefüllt hatten, kommt ihr neuer Jahrgang 2019 jetzt im schönen alten runden Bocksbeutel auf den Markt. Dass dies quasi ein avantgardistischer Zug ist, ahnen in Franken vermutlich selbst viele Jungwinzer nicht…

Jugend am Südmain – Ottenbreit und von Dungern

7 Ottenbreit von Dungern Franken

Zweite Station Marktbreit. Den Ortswein-Silvaner von Christian Ottenbreit hatte ich hier ja schon ausgiebig als einen meiner Favoriten bei der GROSSEN SILVANER-SCHAU abgefeiert. Jetzt konnte ich mir das Weingut dazu anschauen. Ein bisschen probiert haben wir schon im Weinberg, den Christian Ottenbreit und Maximilian von Dungern gemeinsam gepachtet haben. Eine Wasserrinne markiert die Grenze zwischen den beiden Reichen. Max ist dabei primär beim Winzerhof Stahl beschäftigt, was ihm ermöglicht, im Eigenbetrieb ganz frei zu agieren. So besitzt er beispielsweise fast keinen Silvaner, macht dafür aber richtig gute Sachen aus der gern belächelten Rebsorte Domina. Nämlich einen sehr angenehmen Rosé und einen schön kernigen Roten.

Christian Ottenbreit ist da schon ein bisschen größer aufgestellt. Dank seiner Jahre bei Manfred Rothe hat auch ein original georgisches Kvevri in Marktbreit seine Heimat gefunden. Der Wein daraus, den wir als, tja, Amphorenprobe probieren konnten, zeigt, dass man auf diese Art gleichzeitig ausdrucksstark und feinfühlig agieren kann. Also Maischegärung ohne grobe Tannine.

Der späte Vogel…

Ottenbreit von Dungern Wein Kanzel

Mein Ottenbreit’scher Lieblingswein war allerdings einer, den es nur in einer Kleinstauflage gibt, die zudem noch nicht mal auf dem Markt ist: der Silvaner Zur Kanzel. 2020 hatte ja ein schlimmer Spätfrost die fränkischen Weinberge heimgesucht. Die Reben machten allerdings nicht schlapp, sondern versuchten, eine zweite Generation an Trauben hervorzubringen. Der Ertrag ist logischerweise mini, aber wenn man sich als Winzer auf diese zweite Generation einlässt, kann man damit in ein ganz anderes Reife- und Erntefenster gelangen. Die Kanzel-Trauben wurden Ende Oktober gelesen, acht Wochen später als die ersten. Die Blätter waren schon gelb und fielen ab, die Beeren hingegen trugen die Vollreife des Herbstes in sich. Inklusive kühler Nächte.

Ich hatte mich letztes Jahr mit Manfred Rothe unterhalten, als ich im Oktober bei ihm war. In Anbetracht der unglaublich frühen Ernten der letzten Jahre meinte er, sein Wunsch sei es eigentlich, wieder in diese späte Ernte zu kommen. Wenn die Rebe nicht mehr in der vegetativen, sondern in der generativen Phase ist. Wenn sie sozusagen von sich aus bereit ist, die Trauben abzugeben. Und nicht dann, wenn im Weinberg noch alles grünt und blüht. Im Grunde, philosophierten wir dann weiter, wäre eine süße Spätlese das Ideal des Rebstocks selbst. Durch das Spätfrost-Schicksal ist es Christian Ottenbreit also per Umweg gelungen, einen Lieblingswein des Rebstocks einzubringen – trocken allerdings. Noch ist er vielleicht ein bisschen hefig und holzig vom Ausbau. Aber das wird in acht Jahren die ganz große Harmonie sein, da bin ich mir sicher.

Mein Fazit

Mein Fazit darf zunächst einmal nicht verschweigen, dass ich die letzte Station der Weingutsbesuche leider nicht mehr mitmachen konnte. Es hätte sich dabei um das Weingut Wilhelm Arnold in Randersacker gehandelt, auf dem Bruno Arnold im besten Wortsinne ausgezeichnete Weine herstellt.

Franken Weinberg Würzburg

Ansonsten hatte Franken wieder einmal jede Menge zu bieten. Von hinten aufgerollt, seid ihr doch sicher auch der Meinung, dass die besuchten Weingüter richtig spannende Sachen zu bieten haben. Die Organisation der Veranstaltung war wie immer großartig, die Proben interessant. Und ich habe wirklich ausgesprochen nette Gespräche führen können mit ausgesprochen netten Leuten, die als Mitjuror*innen dabei waren.

Unser Vote für einen nun definitiv gereiften Silvaner finde ich nicht nur gerechtfertigt, sondern auch in strategischer Hinsicht wichtig. Vielleicht fühlen sich bei der nächsten Ausgabe ja noch mehr Franken-Winzer bemüßigt, ein paar Schätzchen anzustellen, die sie aus früheren Jahrgängen noch im Keller haben. Müssen ja nicht gleich 13 Jahre alt sein…

Eine letzte Herausforderung bleibt allerdings noch beim Best of Gold: Franken als Weinanbaugebiet wird immer spannender, offener, ohne gleichzeitig in die internationale Beliebigkeit abzudriften. Manch interessantes Weingut und manch aufregender Wein, den ich in den letzten Monaten probieren durfte, war nicht beim Contest dabei. Diesen Freifliegern ein Dach zu bieten, unter dem sie sich ebenso wohlfühlen wie die wunderbar bodenständigen Betriebe, das wäre wahrscheinlich die Quintessenz eines Frankenwein-Festivals. Und vielleicht muss so eine offene Kategorie auch gar keinen dezidierten Wettbewerbscharakter besitzen. Aber da bin ich schon bei der nächsten Ausgabe 2022, auf die ich ehrlich gesagt schon jetzt gespannt bin…

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3 Kommentare zu Best of Gold 2021 – Franken-Silvaner total übertrieben

  1. Karl Brunk sagt:

    n’Abend Matthias,
    Etwas verspätet stimme Dir absolut zu und halte es für eine extrem gute Idee : „Best of weird Franken“ wäre ein Zugewinn für alle. An diesen Weinen kommt man ja eh nicht vorbei. Sie sind da, sie können extrem gut sein und sie zeigen, das auch minimale Eingriffe insoweit funktionieren, dass saubere und wenn es sehr sauber und mit Kennerschaft gemacht ist, auch lagerfähige Weine ergeben kann. Es sollte auf allen drei Seiten (Kunden, „Weired“ Winzer, traditionell und/oder konventionelle Winzer) Sorgen, Ängste und Vorurteile nehmen und die Kontaktaufnahme fördern.
    Nochmal muss ich Dir zustimmen wegen der älteren Jahrgänge. Das kann ein Genuss sein. Das Alter kann es dazu machen – muss es aber nicht. Alter sollte nicht absolut begriffen werden im Sinne von je älter, desto besser. Jeder Wein hat sein Alter und meine Erfahrung ist, keiner ist dazu in der Lage das im Voraus richtig – im Sinne von real eintretender Tatsache, ein zu schätzen. Weder Winzer, noch Önologe und schon gar nicht getestete Analysewerte. Ich hab da selbst so oft falsch gelegen und war schon so oft überrascht bei „vergessenen“ Weinen denen ich ein „besser“ werden nie zugetraut hätte.
    Ob der Silvaner in Franken übertrieben wird? Kann das überhaupt sein? Sorgfalt ist immer eine gute Voraussetzung, gute Weine zu machen. Und inzwischen hat jeder am Wein Interessierte mit gekriegt, dass es nicht die obergeile und allerbeste eine Rebsorte gibt. Jedes Gebiet kann mit Können ,Sorgfalt und Experimentierfreudigkeit einen tollen Wein aus der passenden Rebe machen. Und wenn das in Franken der Silvaner ist – so what. Klasse! Natürlich – wenn sie das Niveau noch mit den anderen Sorten hin kriegen, sollte der allgemeine Wohlstand dort ausbrechen. Dazu braucht es dann vielleicht noch ein paar weired Ones. Auf jeden Fall gut für alle die Wein lieben.
    beste Grüße
    Karl

    • Matze sagt:

      Das mit dem Alter kann ich nur unterstreichen. Natürlich habe ich auch schon Weine getrunken, die tatsächlich „zu alt“ waren, also schon matt und ausgezehrt. Aber viel viel öfter habe ich Weine getrunken, die noch zu jung waren 😉 . Und auf dieses Phänomen wollten wir grosso modo ein bisschen hinweisen.

      Was das weirde Franken anbelangt 😉 : Ja, Experimente gibt es mittlerweile genug. Manche sind phänomenal, manche zumindest mutig. Für mich gehört das inzwischen auch fest zu dem dazu, was das Anbaugebiet ausmacht. Und deshalb gehören für mich solche Weine auch auf eine Bühne, die die Region repräsentieren will. Stellt sich nur die Frage, ob man das mit einer zusätzlichen Kategorie beim Best of Gold unter Best of Gold-Bedingungen machen soll. Ginge sicher auch, die Juror*innen haben ganz klar den Horizont dafür, das entsprechend einzuordnen. Nur würde ich persönlich als Winzer, also sagen wir mal Richard Östreicher, Stephan Krämer, Stephan Vetter, 2Naturkinder etc., mir etwas komisch vorkommen, bei einem klassischen Wettbewerb mitzumachen. Haben die ja bislang auch nie gemacht, und zwar gerade aufgrund ihrer Philosophie. Also wäre es vielleicht besser, das ein bisschen anders anzugehen… Warten wir mal ab, wie es nächstes Jahr aussieht.

      • Karl Brunk sagt:

        Wegen der alten Weine denke ich an viele – zwar schon einige Jahre alte (ist heute nicht mehr so beliebt anscheinend) – Berichte von „großen“ Verkostungen alter „Schätze“, die zum Teil auch große Namen dabei hatten. Im Gros fehlten mir da eindeutige Jubelschreie, wenn es denn überhaupt Ansätze in der Richtung gab. Meist hieß es „schon zu alt“, „noch zu jung“, „noch Potential“, „trinkbar“ und ähnliche Kaliber. Schön wäre es wirklich, wenn da – wie Du es ja des Öfteren machst – einen „Sammel-Kanal“ gäbe, der ein wenig Buch darüber führt, welcher Wein gerade in Hochform ist. Ich hatte das Anfang der 2000der mal mit den Weinen aus meinen Weinproben gemacht und es war sehr beliebt bei den Teilnehmern und sorgte für angeregte Diskussionen. Gerade im Bereich Vin naturel, die ja immer wieder einmal in „seltsame“ Phasen kommen, war das eine große Hilfe für die Verwaltung privater kleiner Lagerbestände.
        Wegen weired : ich weiß, dass einige Winzer da ihre eigenen Gedanken zu haben. Was auch gut ist gegenüber allzu konventionell gespickten Veranstaltungen. Da gibt es keine tragfähigen Ansatzpunkte. Als redseliger Mensch stoße ich hier unten beim „normalen“ Concours auch immer an Grenzen wenn es um einen offenen Austausch und das Ablegen von Vorurteilen und Hörensagen geht. Aber es bleibt immer so ein Rest Romantik und Hoffnung, das eine Verständigung über ideologische Grenzen hinweg möglich sein sollte.
        Es ist ja auch immer der Grund, warum ich Dich gerne in Montpellier zu den Salon Offs „schleppen“ würde. Wenn Du da bei der Millesime Bio schon angeregt und manchmal angetan bist, würden die Salons den Himmel auf Erden bedeuten.
        Vielleicht ist nach der Entdeckung der Alpaka-Antikörper ja ein Ende der Pandemie in Sicht und wir können das tatsächlich in ein paar Jahren mal machen.

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