Snacks zum Wein selbst gemacht

Snacks Wein selbst gemacht Cashews

Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr gerne Snacks esse. Das ist auch vernünftig, denn als Essberufler braucht man schon eine entsprechende Zufuhr, um das Körpergewicht auf einem professionell erscheinenden Niveau zu halten. Aber einerseits kostet das durchaus Geld. Andererseits sind da manchmal auch Streckmittel und Aromen enthalten, die ich gar nicht haben möchte. Wie wäre es also, fragte ich mich, wenn ich mir solche Snacks beispielsweise zur Weinbegleitung mal selbst kreieren würde?

Die Vorbereitung

Snacks Wein selbst gemacht

„Am Anfang muss die Begeisterung sein“ , sagte mein Großvater immer. Er meinte damit auch, dass man durchaus ein bisschen stärker assoziativ als reglementiert vorgehen kann. Gut, es können dabei auch Dinge herauskommen wie die, äh, kreative Vertäfelung des Treppenhauses oder die legendäre „Uitsche“, ein absichtslos geformtes Tomatenhaus. Aber wie gesagt, die Begeisterung, die ist wichtig. So auch bei meinen Snacks. Ich nehme mir also eine Packung „Cashew-Bruch“ und rühre drei Arten von Umhüllungen an. Dafür benutze ich die große Welt der Würzmöglichkeiten, die unsere Küche bereithält. Als Basis, also damit die Gewürze auch an den Nüssen haften bleiben, nehme ich ein bisschen Tempuramehl mit Wasser.

Das Backresultat

Snacks Wein selbst gemacht

Auf dem Foto könnt ihr ganz oben die Kreation mit smoked paprika (gibt’s zum Beispiel von Sonnentor), Piment d’Espelette und einer auf Oregano basierenden Gewürzmischung von Olivier Roellinger sehen.

Darunter befindet sich eine gelbe Variante mit etwas Kurkuma, Kokosraspeln und relativ viel von der Colombo-Mischung, einer Spezialität der Antillen.

Ganz unten dann etwas mehr crazy stuff, was bedeutet, dass ich verschiedene Algen wie Dulse und Wakamé kombiniert habe mit etwas Malabar-Pfeffer und Sumach. Kann man machen. Vielleicht.

Wie gesagt, ein bisschen Tempuramehl, Wasser und Salz habe ich für alle drei Varianten genommen und das Ganze dann auf dem Blech bei 200 Grad gebacken.

Snacks mit Zukunft?

Nun ja. Die gelbe Variante ist definitiv am besten gelungen, und deshalb könnt ihr sie auch auf dem Titelfoto sehen. Sie passt zu Weißweinen, die nicht zu fruchtsäuerlich sind, also beispielsweise Traminer.

Für die Algen fand ich ebenfalls einen Weißwein am besten, diesmal aber mit grünlichen Noten, beispielsweise einen Sauvignon Blanc oder auch einen Cabernet Blanc, wenn man denn mal eine Piwi-Rebe ausprobieren möchte.

Die rote und leicht scharfe Variante hätte bestimmt ganz hervorragend zu einem samtigeren Rosé gepasst, vielleicht mit Grenache-Schwerpunkt. Leider waren die Nüsse total verkohlt, weil die Mischungen sich offenbar sehr unterschiedlich verhalten, obwohl sie auf demselben Backblech waren.

Meine drei Learnings also zum Schluss:

  1. Mischungen schmecken nicht nur unterschiedlich, sie verhalten sich auch individuell. Verschiedene Varianten im selben Backvorgang sind eher problematisch.
  2. Salz verstärkt den Geschmack, verschwindet aber auch verblüffend schnell in solchen Gebäcken. Ich bin zu Anfang vorsichtig gewesen bei der Dosierung – zu vorsichtig, wie sich gezeigt hat.
  3. So einfach ist das alles nicht. Wer richtig tolle Mischungen herstellen möchte, muss auf Kopfnote und Fond achten wie ein Parfumeur. Auch die Snäckerei will gelernt sein.

Beim zweiten Mal werde ich also stärker Konsistenzen und Zusammenklänge berücksichtigen. Der Spaß ist mir auf jeden Fall erhalten geblieben, das war ja das Wichtigste. Und wer weiß, vielleicht werde ich in einem halben Jahr mit nicht nur interessanten, sondern auch tatsächlich gelungenen Ergebnissen um die Ecke kommen. Bis dahin werde ich aber besser Stillschweigen bewahren, was meine assoziativen Kombinationen anbelangt…

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4 Kommentare zu Snacks zum Wein selbst gemacht

  1. Thea sagt:

    Mir gefallen besser gewürzte Nüsse so: Eiweiß leicht aufschlagen, Gewürze dazu geben, dann die Nüsse darunter mischen. Auf Backpapier verteilen, in den vorgeheizten Ofen geben und ca. 20-25 min goldbraun rösten.

    • Matze sagt:

      Ja, so kann ich’s auch mal probieren! Ich hatte halt Tempurateig als „knuspriges Streckmittel“ statt Eiweiß…

  2. Thomas Riedl sagt:

    Hallo Thea,

    mit welcher Temperatur gehst Du zu Werke? Und nimmst Du Umluft oder Ober-Unter-Hitze?

    @ Matze: War das Bio-Cashew-Bruch von einem bekannten Drogerie-Discounter mit zwei Buchstaben?

    LG

    Thomas

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