
Dieser Sommer ist eine Zumutung. Jedenfalls für all diejenigen, die eine Stadtwohnung unter dem Dach haben oder aber häufig im Freien arbeiten müssen. Aber auch wenn man unterwegs ist bei 35 Grad im nur selten vorhandenen Schatten, ist das kein echtes Vergnügen. Erst recht nicht am Oberrhein. Wir waren in Basel und im Elsass bei diesen Bedingungen und haben versucht, das Beste daraus zu machen. Partiell gelungen, würde ich sagen.
Immanuel Kant, unser alter Freund und Possenreißer, hat einmal behauptet, dass man über Schönheit und über Geschmack sehr wohl streiten könne. Denn anders als beim “Angenehmen”, das jeder persönlich anders empfinde, würde in dem Begriff der “Schönheit” der Anspruch subjektiver Allgemeinheit mitschwingen. Wer etwas als “schön” tituliert, meint damit nicht nur seine private Empfindung, sondern bringt zum Ausdruck, dass auch andere diese Einschätzung teilen müssten. Was ist also schön am Rosé? Immerhin haben Roséweine in den letzten Jahren weltweit einen ungeheuren Verkaufserfolg erzielt, müssen der Allgemeinheit also gefallen.
…das sagen gar nicht mehr so viele Menschen. Oder zumindest handeln sie nicht danach, denn in den letzten Jahren hat sich die Kluft zwischen den wachsenden Groß- und Universitätsstädten und den ländlichen Räumen immer mehr vergrößert. Landleben scheint nicht mehr angesagt zu sein. Genau hier – hört hört! – setzt mein neues Projekt an.
Ob ich denn irgendwas mit Thailand zu tun hätte, fragt mich die Kassiererin. “Äh, nein”, antworte ich, “also, ich war schon mal da, aber…” Da fällt mein Blick in den Einkaufskorb, den ich gerade eben auf das Kassenband gestellt habe, und ich beginne zu verstehen. Stinkbohnen, schrumpelig-hartes Obst, zwei große Packungen mit Blüten – sowas hat vermutlich hier im Asia-Markt noch nie ein Einheimischer ohne direkten Asienbezug gekauft. Dabei ist es bei mir eine Mischung aus notorischer Neugier auf interessante Esserlebnisse und in der Tat die etwas melancholische Erinnerung an meine Zeit 

