K&U-Hausmesse 2011 – die deutschen Weine

Am Wochenende war ich endlich – nach zwei Jahren unfreiwilliger Pause – mal wieder bei der K&U-Hausmesse in Nürnberg. Für mich ist das immer eins der weintechnischen Highlights im Kalender. Einerseits, weil die Weine des neuen Jahrgangs (in diesem Fall 2010) sich im November weitaus besser beurteilen lassen als direkt nach der Füllung. Andererseits, weil Martin Kössler genau das tut, was man sich von einem guten Weinhändler wünscht: Er selektioniert vor. So gibt es hier neben sehr guten, bewusst hergestellten, aber zugänglich wirkenden Weinen auch immer eine Reihe individueller, teils interpretationsbedürftiger Gewächse. In genau diesem Spannungsfeld liebe ich es, meine Entdeckungen zu machen. Weiterlesen

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Wer sucht, der findet… das “Enopolio” in Bottrop

Was ist ein gutes Restaurant? Zwei Möglichkeiten: a) ein Platz, der mich staunen lässt, b) ein Platz, an dem ich mich zu Hause fühle. Richtig geraten, hier kann man beide Möglichkeiten ankreuzen. Das “Enopolio” in Bottrop ist kein gutes Restaurant. Das aber nur, weil es (noch) kein echtes Restaurant ist, sondern eine Weinbar/Weinhandlung mit kleiner Speisekarte. Die beiden Kriterien für ein gutes Restaurant treffen nämlich ansonsten voll ins Schwarze. Der Betreiber ist ein ehemaliger Spitzensommelier, der sein Wissen bestimmt nicht mit dem Verlassen der Sternegastronomie abgegeben hat. Und die Atmosphäre hat etwas von jenen Orten, an denen man sich als gleichzeitig unprätentiöser und anspruchsvoller Weinliebhaber sofort wohlfühlt. Weiterlesen

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Für Bierfreunde: Delhaize Single Hop Collection “Cascade”

Manchmal ist Euer Matze schon ein echter Schnellmerker. Dieser Artikel hat für die informierten Bierfreaks keinerlei Neuigkeitswert. Worum geht es (falls Ihr nicht zu den informierten Bierfreaks gehört)? Ein Biervertrieb, ein Supermarkt gar, hat die wachsende Gemeinde der Bierfreunde für sich entdeckt und ein Bier in drei verschiedenen Varianten brauen lassen. Der einzige Unterschied dieser drei Varianten liegt in der Verwendung des Hopfens. Nur eine singuläre Hopfensorte war jeweils zugelassen, und das eröffnet doch herrliche Geschmacksdiskussionen am Stammtisch, aber oberhalb dessen Niveaus. Weiterlesen

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Knoll, Proidl, Vintage Port – Minikleine Weinprobe bei Vino Grande

In einem früheren Post (die Egon-Müller-Horizontale) hatte ich schon einmal auf diese geradezu wahnsinnig komplette Weinhandlung in Essen hingewiesen. Die Rede ist von Vino Grande. Offenbar waren italienische Weine auch früher hier die Hausnummer. Mittlerweile bin ich aber besonders vom Angebot an deutschen und österreichischen Weinen begeistert – nebst ein paar netten Ausflügen in mediterrane Gefilde. Was die Österreicher anbelangt, kenne ich persönlich keinen anderen Laden, der eine derartige Breite und Tiefe an Wachauer Spitzen bereithält. 65 verschiedene Weine allein vom Weingut Emmerich Knoll, ich habe durchgezählt. Als ich per Mail angekündigt bekam, dass eine bescheidene Auswahl an Weinen vom 2010er Smaragd bis zum Vintage Port zur Verkostung bereitsteht, habe ich mich natürlich sofort in die Regionalbahn geworfen. Weiterlesen

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Japanische Milchschokoladen unter der Lupe

Die Überschrift lässt einen Test der abwegigeren Sorte erwarten. Ich muss zugeben, dass sich die Kombination “Japan” und “Schokolade” auch nicht von vornherein so anhört, als hätten diese beiden Elemente etwas miteinander zu tun. In feinen Studien wie dieser kann man allerdings lesen, dass die Japaner pro Jahr insgesamt 2,7 Milliarden Euro für Schokolade ausgeben – mit stark steigender Tendenz. So ganz unbekannt scheint die Kakaopressware den Japanern offenbar nicht zu sein. Umgekehrt gingen meine persönlichen Erfahrungen mit japanischer Schokolade vor diesem Test gegen Null. In Paris hatte ich einmal eine köstliche und ungemein teure Matcha-Tee-Schokolade vom Pâtissier-Meister Sadaharu Aoki gekauft. Aber Aoki lebt seit 1991 in Frankreich, hat also im Zweifelsfall in den letzten zwei Jahrzehnten mehr Schokolade um sich herum gesehen als der Fuji hoch ist. Weiterlesen

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Ein teures Vergnügen: Grange des Pères blanc 2005

Gestattet mir einen kruden Einstieg: In der Kleinstadt, in der ich zur Schule ging, gab es – 100 Meter von der Grundschule entfernt – einen Nachtclub. Dass es sich um einen solchen handelte, konnte man an der knallroten Tür erahnen und an dem selbst gewählten Werbespruch: “Zwar teuer, doch voll Feuer”. An diesen Slogan musste ich unwillkürlich denken, als ich den weißen Grange des Pères vor ein paar Tagen im Glas hatte. Rein geschmacklich. Winzer Laurent Vaillé ist ansonsten von kleinstädtischen Nachtclubs nämlich weiter entfernt als die Erde vom Mond. Weiterlesen

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