Ein teures Vergnügen: Grange des Pères blanc 2005

Gestattet mir einen kruden Einstieg: In der Kleinstadt, in der ich zur Schule ging, gab es – 100 Meter von der Grundschule entfernt – einen Nachtclub. Dass es sich um einen solchen handelte, konnte man an der knallroten Tür erahnen und an dem selbst gewählten Werbespruch: “Zwar teuer, doch voll Feuer”. An diesen Slogan musste ich unwillkürlich denken, als ich den weißen Grange des Pères vor ein paar Tagen im Glas hatte. Rein geschmacklich. Winzer Laurent Vaillé ist ansonsten von kleinstädtischen Nachtclubs nämlich weiter entfernt als die Erde vom Mond. Weiterlesen

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Gallo, Chenet, Aldi, Lidl – billige Rotweine im Quertest

Ich kann mich noch ziemlich gut an den ersten ernsthaften Weintest meiner erweiterten Jugend erinnern. Das Motto lautete damals: “Lohnt es sich, beim Wein etwas mehr Geld auszugeben?” Die Kandidaten: drei Rotweine aus dem Languedoc, der erste für 1,99 (DM), der zweite für 2,99, und der dritte – erraten – für 3,99. Der 1,99-Wein wurde gemäß einstimmigem Ergebnis als “untrinkbare Kratzbrühe” bezeichnet. Der 2,99-Wein ließ eine leichte Steigerung erahnen, die der 3,99er sogleich wieder in Frage stellte. Unser Fazit hieß deshalb sonnenklar: “Wein schmeckt nicht, egal wie teuer.” Weiterlesen

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Bangkok-Nachschlag: Für wen lohnt sich der Chatuchak Weekend Market?

“Wie denn, Du kennst den Chatuchak Weekend Market nicht? Dann warst Du noch nie wirklich in Bangkok!” Falls Ihr jemals von einem Bangkok-Aufenthalt wiederkommt und zu Hause zugebt, ebenjenen Markt nicht zu kennen, könnt Ihr Euch schon mal auf eine ähnlich lautende Ansprache unter sämtlichen weitgereisten Freunden gefasst machen. Eigentlich wollte ich genau dieses Risiko auch eingehen, aber dann traf ich Mark, einen seit längerer Zeit in Bangkok lebenden Engländer. Ich hatte ihm gerade meine Bedenken mitgeteilt, von wegen “übertrieben gehypt”, “bestimmt kommerziell”, “typischer Lonely-Planet-Tip”. Er hörte sich alles geduldig an und meinte dann kategorisch: “Nein, der Markt ist toll. Da musst du hin!” Also bin ich hin, und das ist dabei herausgekommen. Weiterlesen

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Besuch bei einem Winzer: Paul Schumacher von der Ahr

Früher war nicht alles besser. Da gab es zum Beispiel einen Dichter, der sich hauptsächlich dem Sujet “Wein, Weib und Gesang” verschrieben hatte. Vor 150 Jahren reimte jener: “Der Aßmannshäuser am Rhein fürwahr ist köstliches Traubenblut, doch auch an dem Ufer der rauschenden Ahr der Walporzheimer ist gut.” Da haben wir es: “Auch gut” als Beschreibung für einen Wein wird in der heutigen Zeit der permanenten sprachlichen Superlative ganz sicher als unterdurchschnittliche Performance gelten müssen. Dabei könnte es mittlerweile durchaus möglich sein, dass es sich genau umgekehrt verhält und der Rheingauer Rotwein es kaum mehr schafft, die Qualität mancher Walporzheimer Tropfen zu erreichen. Einer derjenigen, der mit seinem Walporzheimer in den letzten Jahren von einem Erfolg zum anderen geeilt ist (sprich: immer wieder ein Sternchen mehr), heißt Paul Schumacher und besitzt ein bemerkenswert kleines Weingut an der Ahr. Ihn musste ich besuchen – an einem herrlichen Frühherbsttag. Weiterlesen

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Bangkok step five: Chinatown

Bangkoks Chinatown steht in jedem Reiseführer. Dort wird der Stadtteil meist als das wildest Mögliche beschrieben, was man als Tourist in Bangkok so zu sehen bekommen kann. Ein unglaubliches Gewusel an Menschen, Straßenstände mit unbekannten und abstrus aussehenden Dingen, die Fremdartigkeit im Quadrat. Das dürften, so dachte ich mir, die üblichen Übertreibungen sein, denn wirklich interessante Märkte wie der Khlong Toei werden von Touristen nie aufgesucht. Also machte ich mich zu Fuß und ohne übergroße Erwartungen auf in das Labyrinth der Gassen und hoffte, rechtzeitig vor der drohenden Flut wieder zurück zu sein. Weiterlesen

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Bangkok step four: Auf dem Markt der Märkte

Als ich im Dezember in Paris war, wollte ich eigentlich auf den Markt von Rungis gehen. Von Rungis aus wird nicht nur ganz Frankreich, sondern sogar ganz Europa mit exquisiten Waren beliefert. Dabei hätte mich das frühe Aufstehen nicht geschockt. Wenn Dieter Müller seine mit dem Bastfaden geangelten Koi-Karpfen mittags auf den Tisch bringen will, muss der Deal halt schon um vier Uhr früh über die Bühne gehen. Nur ist Rungis für Berufsfremde praktisch unzugänglich. Auf die wenigen zugelassenen Plätze bewirbt sich in Frankreich die halbe Nation. Das ist in Bangkok anders. Der Markt von Khlong Toei im Südosten der Stadt beginnt zwar auch um zwei Uhr nachts, und wer tagsüber erscheint, bekommt nur noch einen müden Abklatsch zu sehen. Aber erstens darf hier jeder kommen. Und zweitens ist sowieso alles ganz anders als in Paris. Ganz anders. Weiterlesen

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