Weingut Schwab – Silvanerklassik aus Thüngersheim

Schwab Silvaner Thüngersheim

[In Kooperation mit dem Weingut Schwab.] Thüngersheim am Main ist eine der wichtigsten Weinbaugemeinden in Franken. Rund 260 ha stehen hier unter Reben. Und obwohl es nominell nur zwei Lagen gibt, nämlich den Johannisberg und den Scharlachberg, haben die Weingüter ganz schön viele Variationsmöglichkeiten. Im historischen Gewann Rothlauf tummeln sich beispielsweise nicht von ungefähr drei VDP-Weingüter. Eines davon ist das Weingut Schwab, und deren Lagenwein aus dem Thüngersheimer Johannisberg möchte ich euch hier vorstellen.

Silvaner-Schau

Das Weingut Schwab in Thüngersheim

Das Weingut Schwab startete wie fast alle bäuerlich verankerten Höfe zunächst als landwirtschaftlicher Mischbetrieb. Mitte der 1970er Jahre konzentrierten sich Gregor und Barbara Schwab dann ganz auf den Weinbau. In manchen Publikationen ist deshalb immer noch vom „Weingut Gregor Schwab“ die Rede. Mittlerweile ist aber mit Thomas und Andrea nicht nur die zweite, sondern mit Martin Schwab sogar schon die dritte Generation am Start. Etwa 80.000 Flaschen werden von den 13 ha jährlich erzeugt, wobei der Anteil an weißen Rebsorten bei 85% liegt. Und all diese Rebflächen befinden sich in der Thüngersheimer Gemarkung. Ein local hero also im besten Sinne.

Vielfalt im Johannisberg

Thüngersheim Johannisberg Panorama

Das Foto oben könnt ihr auch anklicken und euch das Panorama dann ein bisschen größer anschauen. Ich habe es vor wenigen Tagen von der anderen Mainseite aufgenommen. Im Vordergrund seht ihr den eisenhaltigen Boden, dann kommt versteckt der Main, dann der Ort Thüngersheim – und dann der Johannisberg. Wie, werdet ihr fragen, das sind doch mindestens drei Berge? Ja, so ist es. Vor 1971 waren das auch alles eigene Lagen, und die Schwabs benutzen für ihre Parzellen intern immer noch die alten Bezeichnungen wie Halsberg, Steige, Freiberg und Rothlauf. Sieht natürlich auf der Website des Weinguts noch viel besser aus. Wie ihr sehen könnt, sind allerdings die allermeisten Flächen nach Südwesten ausgerichtet, garantieren dadurch also zumindest hinsichtlich der Besonnung relativ ähnliche = günstige Verhältnisse.

Im Untergrund ist es dafür richtig spannend. Wir befinden uns hier nämlich am Übergang zwischen (oberem) Buntsandstein und (unterem) Muschelkalk. Das bedeutet, wenn man möchte, könnte man aus dem Thüngersheimer Johannisberg zwei unterschiedliche reinsteinige Weine holen. Die meisten allerdings nutzen die Gelegenheit, dass sich solche Verhältnisse ideal für eine Komposition eignen.

Der 2020er Silvaner aus dem Thüngersheimer Johannisberg stammt dabei aus richtig reif eingeholten Trauben. Da es sich beim Johannisberg um eine Erste Lage nach VDP-Diktion handelt, haben die Schwabs für diesen Wein die Erträge auch stark reduziert. Die begrünten Böden werden nicht gemäht, sondern gewalzt. Das sichert nicht nur Artenvielfalt und Nährstoffeintrag, es hält auch die Bodenfeuchte besser, was gerade an einem klimatisch so begünstigten Standort zunehmend wichtiger wird.

Und wie schmeckt der Wein?

Die reinen technischen Daten sehen so aus: 14,0 vol% Alkohol bei 5,9 g Säure und 3,1 g Restsüße. Kräftig und trocken, sollte man meinen. Aber Zahlen sind ja für die geschmackliche Wahrnehmung immer nur Anhaltspunkte. In der Nase ist der Eindruck schon einmal sehr gut. Feine, reintönige Birnennote, Walnuss, gar nicht so kräftig wie erwartet, aber 2020 war insgesamt doch weniger heiß als die beiden Vorgänger. Im Mund ist das ein enorm ausgewogener Wein. Mittlere Säure, optimal eingebunden, aromatisch weiter im mittelhellen Bereich, Mandel, Senfkörner, Zitronenschale auch. Wenn ich hier jetzt meinen Trias-Test hätte machen müssen, hätte ich vermutlich nur sagen können, was es auf keinen Fall ist: Keuper.

Auf 14 vol% wäre ich übrigens im Leben nicht gekommen. Hohe Alkoholwerte beim Silvaner halten mich oft schon von einem Erstversuch ab. Das ist oft berechtigt, aber eben nicht immer. Ich würde den Schwab’schen Silvaner, so ich ihn denn jetzt öffnen möchte, übrigens tatsächlich eher kühl servieren. Irgendwie wirken Aromenansatz und Struktur dann am harmonischsten. Als Begleiter ist das natürlich ein enorm vielseitiges Produkt. Selbstverständlich denke ich an Spargel, aber auch an gebeizte Forelle, an Kalbsbries, an Comté-Käse.

Fast das Beste allerdings zum Schluss: Dieser VDP-Lagenwein kostet sage und schreibe … 10 € ab Hof. Was in anderen Regionen zu Lobpreisungen führt, heißt in Franken so: „Da hab ich für schlechtere Weine schon mehr gezahlt. Basst scho.“ Wenn man sich mit dieser speziellen Form des Enthusiasmus erst einmal angefreundet hat, kann man in Franken übrigens durchaus glücklich werden.

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