
Eigentlich sollte es weder bei unserem Ausflug noch in diesem Artikel um Wein gehen. Wir wollten in die Cevennen fahren, um in Florac bei den örtlichen Produkteuren die lokalen Spezialitäten einzukaufen. Honig, Kastanien, Konfitüren, Wurst, Käse, so etwas. Und dann noch hoch auf die Causses fahren, ein bisschen in die trockene Hochplateau-Landschaft schauen, Schafsherden beobachten. Dann aber habe ich festgestellt, dass in den Läden in Florac auch Weine zu haben sind, die als Herkunfts-Département die 48 auf dem Etikett haben. 48, das ist Lozère, das ist mitten hier in den Cevennen. Sollte es in dieser Gebirgslandschaft tatsächlich Winzer geben? Weiterlesen


Immanuel Kant, unser alter Freund und Possenreißer, hat einmal behauptet, dass man über Schönheit und über Geschmack sehr wohl streiten könne. Denn anders als beim “Angenehmen”, das jeder persönlich anders empfinde, würde in dem Begriff der “Schönheit” der Anspruch subjektiver Allgemeinheit mitschwingen. Wer etwas als “schön” tituliert, meint damit nicht nur seine private Empfindung, sondern bringt zum Ausdruck, dass auch andere diese Einschätzung teilen müssten. Was ist also schön am Rosé? Immerhin haben Roséweine in den letzten Jahren weltweit einen ungeheuren Verkaufserfolg erzielt, müssen der Allgemeinheit also gefallen.
…das sagen gar nicht mehr so viele Menschen. Oder zumindest handeln sie nicht danach, denn in den letzten Jahren hat sich die Kluft zwischen den wachsenden Groß- und Universitätsstädten und den ländlichen Räumen immer mehr vergrößert. Landleben scheint nicht mehr angesagt zu sein. Genau hier – hört hört! – setzt mein neues Projekt an.
Ob ich denn irgendwas mit Thailand zu tun hätte, fragt mich die Kassiererin. “Äh, nein”, antworte ich, “also, ich war schon mal da, aber…” Da fällt mein Blick in den Einkaufskorb, den ich gerade eben auf das Kassenband gestellt habe, und ich beginne zu verstehen. Stinkbohnen, schrumpelig-hartes Obst, zwei große Packungen mit Blüten – sowas hat vermutlich hier im Asia-Markt noch nie ein Einheimischer ohne direkten Asienbezug gekauft. Dabei ist es bei mir eine Mischung aus notorischer Neugier auf interessante Esserlebnisse und in der Tat die etwas melancholische Erinnerung an meine Zeit 