Mein erster 2010er: Juliusspital Silvaner Kabinett trocken Würzburger Stein

Über den Jahrgang 2010 ist schon viel Böses geschrieben worden. Das geflügelte Wort vom „Arschjahr“ machte die Runde, und der Captain ist für die Verwendung dieser Wortkreation ordentlich durchgewalkt worden. Teilweise zu Unrecht, wie ich meine, denn es scheint nicht nur gelegentlich die Prämisse zu herrschen, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Teilweise aber auch zu Recht, denn die Weinwelt besteht nun einmal nicht nur aus Schwarz und Weiß. Weiterlesen

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Matze vs Rennschwein

Neulich habe ich mal wieder ein altes Fotoalbum durchgeblättert. Und da waren sie doch wieder, die Fußball- und Schützenvereine, die Mofas und getunten Gebrauchten, die „Rüttelschuppen“ und Zeltfeten; kurz: meine Vergangenheit auf dem Land. Reisen wir also zurück in die 80er Jahre, in ein kleines Dorf im südlichen Niedersachsen. Man konnte es schon einige Tage vorher der lokalen Tagespresse entnehmen: Zum diesjährigen Dorffest war als besondere Attraktion ein Bauer mit seinem Rennschwein aus einem benachbarten Landkreis verpflichtet worden. Letztes Wochenende war besagtes Schwein schon als Sieger aus dem Wettstreit in Rhüden hervorgegangen, blieb also weiterhin unbesiegt, während dem ersten menschlichen Gewinner über das Borstenvieh nicht gerade eine Mettwurst, aber doch irgendein schmucker und repräsentativer Siegerpreis winkte. Weiterlesen

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Mini-Barolo: Massolino Langhe Nebbiolo 2004

“Matze, Du testest nie italienischen Wein. Das finden wir schlecht”, so der Fachkommentar aus den Reihen des juristischen Erstsemester-Seminars “Die Kopie in Theorie und Praxis” der Universität Bayreuth. Nun, stimmt, ist mir auch schon aufgefallen. Um diese Nachlässigkeit zu korrigieren, habe ich mir bei spätwinterlichem Wetter einen klassischen italienischen Rotwein vorgenommen. Man nehme einen renommierten Erzeuger, eine kapriziöse aber erstklassige Rebsorte und einen großen Jahrgang. Fertig ist die Komposition. Weiterlesen

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Meine Istanbuler Gasse

Mitte der 80er Jahre wurde den Istanbuler Stadtvätern klar, dass sie künftig zwei Stunden Pendeln in Kauf nehmen müssten. Der Verkehr war mit den Jahren immer schlimmer geworden, die Gassen aber nicht breiter. Zudem befand sich mitten in der Achse zwischen Sultanahmet und den Büro-Türmen von Levent ein Stadtviertel, das ihnen ästhetisch und moralisch ein Dorn im Auge war: Tarlabaşı. Wie man bei einer solchen Ausgangssituation zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann, haben fähige Stadtplaner auch andernorts schon gezeigt. Weiterlesen

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Osmanische Palastküche: das Restaurant Asitane

Obwohl dieser Blog fast ausschließlich aus Food- und Weinthemen besteht, traut Ihr mir zwei Sachen sicher nicht zu. Nummer eins: ein wirklich raffiniertes Gericht selbst zu kochen. Nummer zwei: ein Restaurant zu besuchen, in dem sie Tischdecken benutzen. Ersteres muss ich in der Tat noch beweisen, letzteres kann seit gestern als abgehakt gelten. Nach dem Besuch des Kariye-Museums (was nichts anderes ist als eine mit fantastischen Fresken und Mosaiken ausgestattete byzantinische Kirche) haben wir mit einer amerikanischen Bekannten das benachbarte Restaurant “Asitane” aufgesucht. Weiterlesen

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Türkischer Wein: Corvus Vinium Karalahna 2005

Ich kann es nicht lassen. Die Suche nach einem schmackhaften und einigermaßen individuellen türkischen Wein hat mir schon mancherlei gustative Pein bereitet. Aber so schnell kommt die Gelegenheit nicht wieder. Deshalb habe ich gleich zugegriffen, als ich diesen Rotwein für knapp 13 € in der KavButik im Regal gesehen habe. Warum? Wegen der Rebsorte. Jetzt werdet Ihr Euch natürlich fragen, ob ich vielleicht “Kara Lahana” meinte, was so etwas wie “Schwarzkohl” bedeutet. Das wäre dann wirklich innovativ. Weiterlesen

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