Silvanerliebe – Das Lagenpaket vom Weingut Höfling

Silvaner Lagenpaket Höfling

[Anzeige / In Kooperation mit Weingut Höfling] Letztes Jahr bei der Preisverleihung des Internationalen Silvanerpreises war Klaus Höfling in Veitshöchheim mit dabei. Er hatte sich in einer wahrhaft schwierigen Kategorie durchgesetzt, nämlich beim Gutswein. Was mich aber bei der Blindprobe besonders beeindruckt hatte, das war sein Lagen-Silvaner aus dem Stettener Stein namens Grenzstein. Dicht, elegant und mit viel Reifepotenzial ist das einer der Weine, die bitteschön alle Menschen probieren sollten, die dem Silvaner als Rebsorte nur die zweite Geige zutrauen. Logischerweise war ich deshalb sehr angetan von der Idee, das ganze Silvaner-Lagenpaket vom Weingut Höfling hier im Rahmen der Großen Silvaner-Schau einmal vorzustellen.

Weingut Höfling in Eußenheim

Das Weingut Höfling befindet sich in Eußenheim in der Nähe von Karlstadt, also quasi schon auf halbem Weg vom Muschelkalk zum Buntsandstein. Klaus Höfling hat den klassischen Familienbetrieb im Jahr 2007 von seinen Eltern übernommen. Unter seiner Ägide verdoppelte sich die Rebfläche in den letzten Jahren auf 20 ha, aber (und das ist einigermaßen selten) die Qualität hatte darunter nicht gelitten. Abgefüllt wird beim Weingut Höfling sowohl in Bocksbeutel als auch in Burgunderflaschen, aber immer mit Schraubverschluss.

Was ist das Silvaner-Lagenpaket?

Silvaner Lagenpaket Höfling

Das ist das Silvaner-Lagenpaket. Es besteht aus den sechs besten Silvanern, die Klaus Höfling herstellt. Ein informatives Booklet gehört auch noch dazu. Alle Lagenweine stammen aus Handlese, werden mit den natürlichen Hefen spontan vergoren und genießen einen längeren Hefekontakt, was für mehr Cremigkeit sorgt. Ausgebaut werden die Weine in Holzfässern, wobei die beiden Großen Gewächse auch einen Teil Neuholz gesehen haben sowie einen Anteil an Maischegärung. Trocken sind die Silvaner alle, und zwar im alten Sinne sogar fränkisch trocken, also mit weniger als 4 g Restzucker pro Liter. Nur einer der Weine lugt mit exakt 4,1 g etwas daraus hervor. Und das ist gleich der erste, den ich vorstellen möchte.

1. Gössenheimer Homburg

Silvaner Gössenheimer Homburg Höfling

Wahrscheinlich bin ich nicht der einzige, der vorher noch nie etwas von der Lage gehört hatte. Gössenheim liegt etwa zehn Kilometer nördlich von Karlstadt im Werntal, einem Seitental des Mains. Die Lage Homburg, benannt nach der zweitgrößten Burgruine Deutschlands, besteht aus zwei Weinbergen. Einer befindet sich direkt unterhalb der Ruine, ein zweiter eine Bergkuppe weiter südlich. Beide grenzen direkt an ein wirklich interessantes Naturschutzgebiet, und es tut mir leid, nur schnell für ein paar Fotos hier zu sein. Die Gegend lohnt tatsächlich einen intensiveren Besuch.

Klaus Höfling hatte in der Gössenheimer Homburg einige Parzellen vom Würzburger Bürgerspital übernommen, so dass es sich nun um seine flächenmäßig größte Lage handelt. Die Reben für den Wein sind mit 19 Jahren die jüngsten aller Lagen-Silvaner, und es gibt (wie man auf dem Foto oben sieht) auch weitere Junganlagen am Berg. Der Wein zeigt sich bereits in der Nase recht tief. Im Mund bin ich wirklich überrascht, welche Power die „jungen“ Reben hier besitzen. Intensive Würze, viel Orange und Mirabelle. Ein Wein, der richtig nach vorn geht, aber auch im Abgang keineswegs schlapp macht. Uff, das ist schon mal ein beeindruckender Start.

2. Eußenheimer First

Eußenheimer First

Der Eußenheimer First ist so etwas wie der Hausberg von Klaus Höfling, denn mitten im Dorf liegt das Weingut. Die Lage First befindet sich (man könnte es sich denken beim Namen) oben entlang des Hügelkamms. Unterer Muschelkalk mischt sich hier mit einer Auflage aus Lösslehm. Als ich nach Eußenheim komme, ist unten im Dorf bereits der nächtliche Schatten eingekehrt. Nur der obere Teil der Weinberge liegt noch im Sonnenlicht.

Der Wein zeigt sich in der Nase recht offen mit einer gewissen Zitrusnote. Am Gaumen notiere ich spontan „typisch Franken„, denn diese zugängliche muschelkalkige Feinheit, diese Kombination aus Animierendem und Erdverbundenem, stellt man sich doch idealtypisch unter einem fränkischen Silvaner vor. Natürlich hat der Jahrgang auch dem Eußenheimer First ein bisschen mehr Kraft als sonst mitgegeben. Aber für mich ist das ein Wein, den man jetzt schon mit Genuss trinken kann.

3. Stettener Stein

Stettener Stein

Der Stettener Stein liegt direkt am Main südlich von Karlstadt. Eigentlich aber befindet sich nur ein ganz kleiner Teil direkt am Main. Die meisten Weinberge hingegen schweben über dem Fluss, getrennt durch eine beeindruckende Wand aus Muschelkalk. Dass die Reben in dieser Situation tief in die Felsspalten hineinwurzeln, leuchtet ein.

Der Wein aus dem Stein zeigt ebenfalls deutliche muschelkalkige Anklänge, aber etwas ruhiger und distinguierter als sein Pendant aus dem Eußenheimer First. Die Säure steht wie bei allen Lagenweinen recht kräftig da und sorgt in Kombination mit der Struktur für eine hohe Pikanz. Auch diesen Wein finde ich schon jung sehr ansprechend, das macht trotz des zweifellos vorhandenen Anspruchs viel Spaß.

4. Stettener Stein Grenzstein

Stettener Stein Höfling

Die mit durchschnittlich 62 Jahren ältesten Reben aus dem Stettener Stein verwendet Klaus Höfling für seinen Grenzstein. Das ist genau der Wein, der bei der Blindverkostung zum Silvanerpreis so abgeräumt hat. Die goldene Schriftfarbe aus dem Etikett deutet übrigens darauf hin, dass es sich um eines der beiden Großen Gewächse im Lagenpaket handelt.

In der Nase finde ich den Grenzstein sehr zurückhaltend, Birne, Honig, tiefgründig und ein bisschen Holz. Im Mund spüre ich eine reife Zitrone, viel weißen Pfeffer – und sehr viel Potenzial. Das Holz bringt eine zusätzliche Komponente mit hinein, wirkt aber nie aufdringlich. Das ist ein schleichender Star, den man nicht unterschätzen sollte.

5. Gambacher Kalbenstein

Gambacher Kalbenstein

Der Gambacher Kalbenstein gehört für mich zu den Weinbergen in Franken, die man unbedingt kennen sollte. Bereits ein kurzer Blick aus der Ferne auf den terrassierten Buntsandstein-Hang genügt, um das nachzuvollziehen. Direkt am Fuß fließt übrigens der Main entlang, selbst wenn er sich hinter den Uferbäumen versteckt. Erst mit dem Jahrgang 2018 gehört hier ein Silvaner-Kleinod auf 26 Mauerterrassen mit zum Höfling’schen Portfolio.

Als ich den Wein probiere, notiere ich gleich „Dichte und Feuer„. Das ist ein Wein, der aromatisch dunkelfruchtiger daherkommt als die Exemplare aus dem Stettener Stein. Weniger Zitrone und gar kein Apfel, dafür eine kräuterige Würze mit etwas Aprikose. Ein tiefer Wein.

6. Gambacher Kalbenstein Rotherberg

Treppe Gambacher Kalbenstein

Und jetzt kommen wir zum Highlight. Gut, zugegeben, auch die bisherigen Weine waren schon ausgesprochen gut. Aber dieser Wein hat bereits beim ersten kurzen Nippen ein breites Grinsen auf mein Gesicht gezaubert. Der Rotherberg stammt auch aus dem Gambacher Kalbenstein, aber ausschließlich von den Rebstöcken, die direkt vor den Mäuerchen wachsen.

In der Nase ist der Rotherberg sehr dezent, da gibt es keine punchenden Primäraromen. Im Mund aber spüre ich sofort, dass das hier einer der (wenigen) wirklich großen Silvaner ist. Aber auf eine ganz bestimmte Art. Ganz glatt und ruhig kommt er daher, mit einer enormen Tiefe ausgestattet. Ich schmecke rosa Grapefruit und ein bisschen Kumquat, aber es ist vor allem diese unglaublich elegante Struktur, die mich beeindruckt. Spontan erinnert mich der Rotherberg an den Szent Tamás von István Szepsy, den vielleicht größten trockenen Weißwein aus Ungarn. Wir haben hier 14 vol% in der Flasche und 7,2 g Säure bei 2,7 g Restzucker. Das ist viel Kraft, aber komplett ohne hervorschmeckenden Alkohol. Ein großartiger, langlebiger Wein, den jede/r Silvaner-Liebhaber/in mal probiert haben sollte.

Fieserweise weiß Klaus Höfling, welchen Schatz er hier hütet. Deshalb (oder aber eher wegen der geringen Flaschenmenge) gibt es den Rotherberg nicht einzeln zu kaufen, sondern ausschließlich als ein Sechstel des Silvaner-Lagenpakets.

Das Fazit

Das Silvaner-Lagenpaket vom Weingut Höfling ist eine tolle Sache, und ich fand es äußerst spannend, die sechs Weine durchzutesten. Man kann also tatsächlich die ganze Sache akademisch angehen, ein paar Weinfreunde einladen und dann versuchen, die verschiedenen Böden und Lagen schmeckend zu verstehen.

Der Jahrgang 2018 brachte enorm reife Gewächse hervor, aber Klaus Höfling ist es gelungen, keinen einzigen Wein aus der Form lappen zu lassen. Das ist alles ein ziemlich konsequenter Winzer-Stil, der mit fränkischer Behäbigkeit nicht viel zu tun hat. Selbstverständlich sind dies starke Weine, aber solche, die auch bei Tisch eine hervorragende Figur abgeben. Der Rotherberg sticht dabei für mich schon ein bisschen hervor, und es lohnt sich, diesen besonderen Wein auch besonders zu würdigen.

Was man übrigens – nur mal so als Tipp am Rande – mit dem Silvaner-Lagenpaket auch hervorragend machen kann, ist Verschenken. Ich hatte die sechs Weine zu meinen Eltern mitgenommen, sie in Ruhe getestet und die angefangenen Flaschen einfach dort gelassen. Gestern riefen sie an und bedankten sie noch einmal für das tolle Geschenk. Tja, gern geschehen, würde ich sagen.

Silvaner-Schau

Zum Schluss noch einmal die Bezugsquelle:

Silvaner-Lagenpaket 2018 vom Weingut Höfling, zu bestellen im Online-Shop für 97 €.

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