Der gewöhnliche Bretone: Kouign-Amann

Wie hat man sich einen gewöhnlichen Bretonen vorzustellen? Ein bisschen blass vielleicht, eher breit als groß, harte Schale – softer Kern, karamelisiert, lange gebacken, kalorienreich, etwa 2 € wert… halt halt halt, da sind wir schon einen Schritt zu weit. Mag sein, dass die Bretonen eher blass und breit sind, aber die letzten Zuschreibungen gelten doch weniger dem typischen Bretonen als vielmehr dem typischen Gebäckstück der Bretonen, dem “Kouign-Amann”. An seinem Namen kann man schon merken, dass wir uns hier aus dem französischen Sprachraum ein wenig in Richtung Keltenland entfernt haben. “Kouign” heißt auf Bretonisch, nun ja, “Kuchen”, und “Amann” meint “Butter”. Ein Butterkuchen also, aber ein besonderer. Weiterlesen

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Die neue Rebsortenarmut

Bei der K&U-Hausmesse in Nürnberg traf ich zu späterer Stunde mit einem erfahrenen Weinkenner zusammen. Er hatte offenbar schon eine ausgiebige Probierrunde an den Ständen absolviert. Als wir unsere Eindrücke austauschten, meinte er nach einer Weile unvermittelt: “Wenn ich genauer darüber nachdenke, sind sich die meisten Weine doch eigentlich total ähnlich.” Das fand ich jetzt als Quintessenz doch ein wenig zu grob ausgedrückt. Aber mittlerweile kann ich diese – vielleicht gar nicht mal im Affekt dahergesagte – Meinung verstehen. In gewisser Hinsicht. Weiterlesen

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In der Austernstadt

Die Stadt Cancale besteht seit ewigen Zeiten aus zwei Teilen. Die Oberstadt auf dem Plateau über dem Meer wirkt wie ein ganz normaler französischer Provinzort mit Bäcker, Metzger, Pâtissier, Käse- und Fischgeschäft sowie einem Wochenmarkt. Also den Dingen, auf die man in deutschen Provinznestern im Allgemeinen verzichten muss. Unten am Meer jedoch befindet sich der Stadtteil, in dem ich wohne und der für das Image von Cancale eine viel größere Bedeutung hat: La Houle, auf Deutsch in etwa “die Dünung”. Von hier aus starteten einst die Fischer ihre lange Tour zu den Fanggründen vor Neufundland. Längst vergangene Zeiten. Was Cancale heutzutage auf die Landkarte aller Feinschmecker in Frankreich setzt, das ist die Austernzucht. Weiterlesen

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Der praktische Beweis für die Schmeckbarkeit des Terroirs im Wein

Eine großmäulige Überschrift, das lässt sich wohl nicht bestreiten. Nun, das Thema “Terroir” beschäftigt die Weinkreise seit geraumer Zeit, und ich habe nicht das Gefühl, dass da jemals Ruhe einkehren würde. Vor einiger Zeit wurde der honorige Geologieprofessor Maltman damit zitiert, er habe bewiesen, dass der Einfluss des Terroirs auf den Wein kompletter Humbug sei. Das steht hier, und es haben sicher alle gelesen und sich mit Freuden an der vom Captain losgetretenen kontroversen Diskussion beteiligt. Nun hat sich der Professor allerdings ein bisschen missverstanden gefühlt. Zumal er an der Universität von Aberystwyth in Wales lehrt und das zu manchen Spekulationen ob der (mangelnden) Weinkennerschaft der Waliser geführt hatte. Weiterlesen

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Matze als Jäger und Sammler

Ich weiß nicht, ob Ihr das auch schon einmal hattet, vor langer Zeit vielleicht: den Wunsch, so eine Art Indianerleben zu führen. Im Baumhaus oder im Zelt zu wohnen, alles über die Natur zu wissen und sich das Essen deshalb einfach aus Wald, Fluss oder Meer zu holen. Eigentlich habe ich in meiner Jugend sehr oft von so etwas geträumt. Zusammen mit einem Freund hatte ich auch einmal eine Waldexpedition veranstaltet, bei der wir getrennt voneinander möglichst interessante Dinge mitbringen wollten, um das dann nachher gemeinsam zu analysieren. Gut, bis auf einen giftigen Aronstab war nichts Spektakuläres dabei. Ein Testbiss in die verschiedenen Blätter und Gräser brachte auch nur die Erkenntnis, dass wir offensichtlich keine Elefanten sind. Diesmal aber war ich besser vorbereitet. Ich wollte mir mein Essen vom Meeresrand holen. Weiterlesen

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Ab jetzt: Meldungen vom Meer

So wie auf meinem Foto sieht es sicher selten auf Urlauberfotos aus. Aber der Winter am Meer beinhaltet in Phasen der Windstille auch immer diesen klammen, tief hängenden Nebel. Man glaubt, direkt durch eine Wolke zu gehen. London ist ja berühmt dafür, aber in meinem neuen Domizil scheint jene Wettererscheinung auch nicht unbekannt zu sein. Jens hatte auf meiner Facebook-Page ja schon erkannt, in welche Richtung die Reise geht. Über “Le Pont de Normandie” bei Le Havre, das bedeutet in aller Regel der Westen Frankreichs. Weiterlesen

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