Würzburg am Mittelmeer – Rote Rebsorten im Klimawandel

Klimawandel Würzburg Temperatur

Man muss den Begriff Klimawandel nicht besonders mögen. Aber selbst diejenigen, für die das ein Buzzword ist, können sich komplett unpolitische Messdaten anschauen. Das habe ich nämlich hier getan. Oben seht ihr deshalb eine Kurve, die ich mit Excel gebastelt habe. Sie besteht aus den Jahresdurchschnittswerten der Temperatur in Würzburg von 1948 bis 2020. Der Deutsche Wetterdienst stellt in seinem Opendata-Portal eine große Zahl an Messwerten für viele Stationen in Deutschland zur Verfügung. Vorausgesetzt, ihr könnt mit solchen Formaten umgehen, könnt ihr also für die Station in eurer Nähe sehr schöne Zeitreihen erstellen.

Rote Rebsorten im Klimawandel

Schauen wir also mal auf die Abbildung. Ihr seht dabei eine ziemlich stark gezackte Linie, die prinzipiell nach oben zeigt. Um diese Tendenz deutlicher sichtbar zu machen, habe ich die Regressionsgerade für die Werte berechnet – die rote Linie. Wenn man jene Gerade zugrundelegt, hat sich die durchschnittliche Jahrestemperatur in Würzburg in diesen gut 70 Jahren um 1,8°C erhöht. Das ist extrem viel. Für den April bedeutet das zum Beispiel, dass es einen Wachstumsvorsprung von zwei bis drei Wochen gibt. Was sich zunächst noch knuffig anhört, kann bei Spätfrösten schon erhebliche Probleme mit sich bringen. Und 1,8°C im Durchschnitt pro Jahr bedeutet eben auch, dass es jeden Tag durchschnittlich diese knapp zwei Grad wärmer ist. Jeden Tag und jede Nacht. Nicht nur für eine warme Woche im Frühjahr.

Rotes Deutschland

Ihr werdet es mir nachsehen, dass ich in diesem eher auf informative Unterhaltung ausgelegten Format nicht noch tiefer in die Materie einsteige. [Das werde ich beizeiten aber noch tun, die kleine Warnung schonmal vorweg.] Klar ist jedenfalls, dass die starke Erwärmung während der letzten Jahrzehnte die Rahmenbedingungen für den Weinbau verändert hat. Dünnschalige Weißweinsorten in Gunstlagen bekommen dadurch echte Probleme. Andererseits ist es legitim anzunehmen, dass dickschalige rote Rebsorten sich jetzt deutlich wohler fühlen als früher.

Südliche Rebsorten Klimawandel

Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, habe ich vier Weine aus Rebsorten ausgesucht, die möglicherweise Klimawandel-Gewinner sind. Zwei stammen aus dem Jahrgang 2018, einer von 2019 und einer aus dem weitaus kühleren Jahrgang 2008. Alle vier sind, was zu vermuten war, mehr oder weniger lange in mehr oder weniger neuem Holz ausgebaut worden. Und alle liegen preislich zwischen 20 und 30 €. Typus und Qualität sind also vergleichbar. Schauen wir also, wie sich die vier geschlagen haben.

Tempranillo – Metzger/Pfalz

Metzger Tempranillo Klimawandel

Tempranillo ist eine Rebsorte aus Zentralspanien, ihr kennt sie alle aus der Rioja oder Ribera del Duero. Das dortige Klima ist hemmungslos kontinental – heiße (trockene) Sommer, frostige Winter. Der Jahrgang 2018 war bei uns nicht nur ein bisschen zu warm und zu trocken, sondern es gab Bedingungen wie sonst an der südlichen Rhône. Mein Würzburg am Mittelmeer in der Überschrift bezieht sich genau darauf. Uli Metzger wiederum unterhält ein ultradynamisches und modernes Weingut in der Pfalz. Er kennt sich aus mit Reife und Dichte und damit, einen Wein zu kreieren, der zum Hüftsteak vom Grill passt. Sollte also funktionieren.

14 vol% auf dem Etikett. In der Nase Leder, Zeder, viel Neuholz, Süßholz. Am Gaumen ist der Metzger-Tempranillo sehr dicht bei höchstens mittlerer Säure, das Neuholz hält sich. Ich schmecke getrocknete Tabakblätter und dunkle Beeren, die zwar reif, aber nicht überreif sind. Als lebhaft wird den Wein niemand bezeichnen können. Aber er nervt auch nicht mit zu viel Frucht, sondern bleibt schön tiefergelegt. Was ihn vom spanischen Original unterscheidet (jedenfalls vom höherklassigen), das ist das geringere Tanningerüst. Aber egal, ob man diesen Neuholz-Stil jetzt mag oder nicht, dies ist ein Wein, der absolut sortentypisch schmeckt. Und einer, der ideal ausgereift erscheint. Ja, läuft.

Cabernet Sauvignon – Siggi/Württemberg

Siggi Cabernet Sauvignon Terrassen

Cabernet Sauvignon ist die Weltrebsorte Nummer Eins. Ursprünglich stammt sie aus dem Bordelais mit seinem sommerwarmen, aber auch leicht maritim-feuchten Klima. Irgendwo hatte ich schon einmal den bösen Beinamen Kingdom of Fungicides gelesen, aber in der Region tut man mittlerweile viel dafür, von dieser Konnotation abzukommen. Der Cabernet Sauvignon deutet mit seinen gelegentlich etwas grünlichen Paprikatönen an, dass er durchaus auch noch wärmere und trockenere Klimate vertragen könnte. Also gibt es ihn in Kalifornien, Chile, Navarra, Bulgarien, Australien – und am Mittleren Neckar.

Hessigheimer Wurmberg Württemberg Klimawandel

Auf dem Foto seht ihr den parabolspiegelartig nach Süden ausgerichteten Prallhang des Neckars bei Hessigheim. Auch vor der Diskussion um den Klimawandel wussten die ansässigen Winzer, dass sie hier die gemessen heißeste Lage Deutschlands bewirtschaften. Ja, heißer als am Kaiserstuhl. Deshalb pflanzten sie auf den wunderschönen Terrassen vornehmlich – Trollinger. Mit Reifegarantie. Mittlerweile gibt es jedoch sehr interessante Winzer vor Ort, die in diesem mediterranen Mikroklima beginnen, alles ein bisschen anders zu machen. So wie Siegfried Mayer alias Siggi, der auf gerade einmal 3 ha Handarbeitsweine par excellence produziert.

Dunkelfarben, deep purple und in der Nase sehr gedeckt. Schwarze Johannisbeere, eine buschige, kräuterige Note, minimal Paprika. Kein offensives Holz jedenfalls, und das lässt mich insgesamt am ehesten an einen ausgereiften Roten von der Loire denken, Typ Charles Joguet. Am Gaumen gibt es eine präsente Säure, die Frucht wirkt fast bissig, zupackend, und das bei spürbarer Reife. Man merkt, dass dieser Wein sich bei weiterer Lagerung definitiv noch stärker harmonisieren wird. Gefällt mir ehrlich gesagt sehr gut, stilistisch ist das eher mein Ding als der (auf seine Art aber auch sehr gelungene) Metzger. So kann das gehen.

Hartblau – Martin/Historische Rebsorten

Historische Rebsorten Hartblau Klimawandel

Wenn man von der Erwärmung durch den Klimawandel spricht und davon, welche Rebsorten damit künftig zurechtkommen könnten, denkt man natürlich zunächst an solche aus mediterranen Klimaten. Es geht aber auch anders. Ulrich Martin von der gleichnamigen Rebschule im rheinhessischen Gundheim hat sich mit dem Rebforscher Andreas Jung zusammen getan (ich berichtete schon oft, zum Beispiel hier, hier und hier). Primäres Ziel der beiden ist es, fast ausgestorbene heimische Rebsorten wieder zu vermehren und zu verbreiten. Manche Rebsorten sind deshalb nicht weiter angebaut worden, weil sie geschmacklich nicht mit Riesling oder Spätburgunder mithielten. Bei anderen waren schlichtweg unglückliche Umstände im Spiel. Ein dritter Grund jedoch bringt uns bezüglich des Klimawandels weiter. Es kann sich nämlich auch um Rebsorten gehandelt haben, die nicht richtig ausreiften. Hartblau als Rebsortenname klingt doch ehrlich gesagt danach, als könnte das hier der Fall sein.

Frisch geöffnet gibt es eine deutlich parfümierte Note, sehr floral, viel Veilchen. Dazu kommt eine dunkle Beeren-Unterholz-Note. Am Gaumen wartet eine Säure, die man nur als pronounced beschreiben kann. Nach der ersten Verblüffung gesellen sich frische Beerennoten dazu, viel Sauerkirsche, ein leicht rauchiger Holzton und ein blauroter Touch wie eine Nuance Menthol. Auf dem Etikett stehen 14 vol%, aber es fällt mir spontan kein Wein ein, bei dem der Alkohol geschmacklich so wenig spürbar ist wie hier. Eine enorme Frischeader durchzieht den Wein, und die feine Reife lässt das Harte im Hartblau verschwinden. Nicht souverän und laid-back, sondern spannungsgeladen. High Energy und ein Experiment mit viel Zukunft.

Syrah – Ziereisen/Baden

Ziereisen Gestad Syrah

Wahrscheinlich war Hanspeter Ziereisen nicht der erste Winzer in Deutschland, der Syrah angepflanzt hat. Aber sicher einer der Pioniere. 1999 hatte er die ersten Syrah-Reben gesetzt, und von denen stammt der 2008er Gestad. Syrah selbst dürfte an der nördlichen Rhône entstanden sein, aus einer natürlichen Kreuzung zwischen Mondeuse Blanche und Dureza. Mondeuse Blanche stammt dabei aus Savoyen, Dureza von der Ardèche, also alles nearby. Ich hatte in diesem Jahr die Gelegenheit, eine ganze Reihe interessanter deutscher Syrahs zu testen. Ich habe mich aber für den gereiften Ziereisen aus zwei Gründen entschieden: Zum einen war es der älteste deutsche Rote aus “exotischen” Rebsorten bei mir im Keller. Und zum zweiten stammt er aus einem definitiv kühleren Jahr als die anderen hier.

Nachdem die ersten drei Weine definitiv Klimawandel-Gewinner waren, bietet der Gestad-Syrah in der Nase erst einmal eher laktische, fast gemüsige Noten an. Auch farblich ist es der vergleichsweise hellste Wein, wobei Syrah ansonsten ja durchaus zu Farbe neigt. Am Gaumen gibt es einerseits typische Syrah-Aromen nach Wildleder und rohem Fleisch. Andererseits ist die Materie wirklich leichtgewichtig. Kann man elegant nennen, ist aber tatsächlich ein bisschen zu dünn und zu wenig nachhaltig. Analytisch haben wir hier 12 vol% in der Flasche, und diesmal würde ich sagen, das spürt man auch. Da ich weiß, welch großartige Weine Hanspeter Ziereisen machen kann (ich hatte kürzlich den Jaspis 10hoch4 probiert), bin ich gelinde gesagt ein wenig enttäuscht. Vor allem im Vergleich zu den anderen.

Mein Fazit: Klimawandel wohin?

Klimawandel steht ja bei uns begrifflich dafür, dass es immer wärmer wird. Oft auch trockener. Ersteres kann man mit Blick auf die Titelgrafik sicher bestätigen. Für Zweiteres müsste ich euch mit weiteren Abbildungen quälen, das verschieben wir auf später. Aber selbst wenn es durchschnittlich immer wärmer wird, sind bei uns immer wieder Schwankungen von einem Jahr zum anderen möglich, die sich im Bereich von 1,5 bis 2°C bewegen. Zudem kann es während der Wachstumsperiode bei uns auf eine Weise kühl und vor allem feucht werden, wie das bei echt mediterranen Klimaten praktisch nie der Fall ist. Mit anderen Worten: Rebsorten, die aus gleichmäßig wärmeren Klimaten stammen, müssen sich hier auf erhebliche Schwankungen einstellen.

In einem Ausnahmejahrgang wie 2018 können mit Glück und winzerischem Geschick wunderbar kräftige Rote entstehen können. Allerdings kann man auch übertreiben. Ich habe zum Beispiel im Rahmen eines Rotweincups auch Exemplare aus 2018 probiert, die einem die Schuhe ausziehen. Sangiovese mit 15,5 vol%, komplett überkocht, am Stock gebraten, ohne Mitte und Spannung.

Andererseits dürfte es schwierig gewesen sein, in einem Jahrgang wie 2021 einen optimal reifen und strukturierten Roten aus südlichen Rebsorten hinbekommen zu haben. Wir werden es vermutlich selbst probieren können, aber der 2008er von einem Großmeister wie Hanspeter Ziereisen ist schonmal ein Indiz dafür.

Dennoch würde ich zu der Einschätzung tendieren, dass das Rote Deutschland prinzipiell schon ein Gewinner des bisherigen Klimawandels ist (Pinot Noir in Hitzenischen mal ausgenommen). Anders übrigens als das Weiße Deutschland. Denn dass Rotweine aus Deutschland international reüssieren, ist ja ein relativ neues Phänomen. Deutsche Weißweine hingegen zeichnen sich (jetzt mal im Vergleich zum Châteauneuf) allgemein anerkannt durch Frische, Schlankheit, Leichtfüßigkeit aus. Und so etwas bekommt man unter heißen Bedingungen eher schwierig in den Griff.

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6 Antworten zu Würzburg am Mittelmeer – Rote Rebsorten im Klimawandel

  1. Karl Brunk sagt:

    Hallo Matthias,

    die Art Probleme (und Chancen) habe ich hier unten in den letzten 24 Jahren ebenfalls extrem deutlich beobachten können. Unsere zwei roten Hauptrebsorten – Braucol und Duras, haben sich in ihrer Aromatik völlig verkehrt. War der Braucol Ende der 90er noch das absolute Sinnbild für wild fruchtige Beerigkeit und Pfeffer, so das diese einem Neueinsteiger heftig um die Ohren gehauen wurden, ist er heute eher das, was der Duras ehemals war : erdig, Pilzgeflecht, reife Brombeere. Der Duras ist heute ein gebändigter und vielleicht sogar eleganterer voll fruchtiger 90er Jahre Braucol.
    (Erinnert mich ein wenig an den Sinneswandel von amerikanischen Demokraten und Republikanern im Bezug auf die Sklaverei – heute offener Rassismus.)
    Soweit zur Aromatik.
    Der andere Punkt sind die tatsächlichen Gefahren neben zu hohem Alkoholgehalt, der ja bei den vin naturels eher weniger das Problem ist, weil sich die Hefekulturen schnell anpassen und zumindest eine komplette Vergärung hinkriegen. Wenn alles im Gleichgewicht ist, kommt auch die Aromatik hin. Wir müssen uns “nur” an die höheren Prozentzahlen gewöhnen. Wenn genug Materie da ist, merkt man es zuerst einmal beim Trinken nicht sofort.
    Mehr Gefahr geht tatsächlich vom Durchschnitt aus. Früheres Austreiben, Blüte und dann Frost. Super! Kennen wir hier ja seit einigen Jahren und einige Regionen können schon im März/April Komplettausfälle vermelden (obere Loire). Dann die Extremwetterlagen mit heftigem Hagel (Burgund und Beaujolais).
    Ob oder für wie lange da ein Ausweichen auf südlichere Sorten helfen wird, werden wir ja noch sehen. Und da können wir doch auch Chancen erkennen. Andere Sorten auf anderem Boden mit anderen Wetterbedingungen sind immer interessant. Außerdem hilft es sehr, dem viel zu steifen Glauben an eine sortenspezifische Aromatik entgegen zu wirken. Ich liebe diese Art natürliche Experimente ohne vergewaltigenden HighTec-Einsatz oder gentechnische Hefen. und die Überraschungen die dabei heraus kommen. Du zeigst sie uns ja immer wieder.
    Danke

    • Matze sagt:

      Ja, da kann ich dir nur zustimmen. Leichte aromatische Veränderungen gibt es sicher, wenn unter anderen klimatischen und geologischen Bedingungen angepflanzt wird. Aber ich denke, dass da die Winzer auch erst einmal lernen müssen, wann denn bislang dort nicht angepflanzte Sorten physiologisch optimal reif sind. Wie im Text geschrieben, ich habe schrecklich überkochte marmeladige deutsche Sangioveses und Nebbiolos probiert, bei denen die Winzer (vermutlich erst einmal richtig) dachten, “der kommt aus dem Süden, den lasse ich so lange hängen, wie es geht”. War dann aber doch nix, also extrem unharmonisch. Also der ideale Lesezeitpunkt ist schon eine komplexe Sache.

      Was die Spätfröste anbelangt, dürfte das in der Tat eines der größten Probleme eines milden, klimagewandelten Frühjahrs sein. Und ich bin mir auch gar nicht sicher, ob südliche Rebsorten da helfen. Galet hat in seinem “Dictionniare des cépages” bei den meisten populären Rebsorten erwähnt, wann die durchschnittlich austreiben (alles in Montpellier am Institut gemessen). Und da liegt zwischen dem früh austreibenden Pinot Noir und dem spät austreibenden Cabernet Sauvignon gerade einmal eine gute Woche. Wir hatten den letzten katastrophalen Spätfrost hier in Franken am 12. Mai. Da dürften selbst die späten Sorten schon draußen gewesen sein…

      Aber ja, es bleibt auf jeden Fall spannend.

      • Karl Brunk sagt:

        Da gebe ich Dir auch recht. Einfach so mal was “Südliches” anpflanzen macht es noch nicht alleine. Es ist wahrlich sehr komplex. Allerdings gibt es ja mit den Gen-Hefen et.al. genug “Hilfs”-Mittel, die “richtige” Aromatik unabhängig von Standort, Erntezeitpunkt und Klima hin zu kriegen. (Kann ich einfach nicht lassen.;)
        Nein – das zeigt wieder einmal, wie wichtig gute Beobachtung, ständiges Prüfen und ein gutes Händchen mit Erfahrung des Winzers sind.
        Plus – das es auch die richtige Mischung sein muss. Jede Sorte auf jederart Grund und in spezifischem Klima hat halt eine gewisse Spannbreite mit den möglichen winzerspezifischen Arbeiten. Es kommt da sauber verarbeitet eben Wein raus. Ob der allerdings dann – was soll man sagen ? – lecker, gut oder nur anders ist, kommt dann erst nach einiger Zeit raus.
        Wir haben hier neben Pensionär Robert Plageoles als Rekultivierungspapst noch andere Winzer, die alles mögliche angepflanzt haben oder eben hatten, weil es dann letztendlich doch nicht zufriedenstellend war. Aber alle angebauten Sorten und die ca. 9000 – 12000 Sorten in Konservatorien geben ja noch viel Raum für Experimente. Spannung pur.

        • Matze sagt:

          Ja, naja, irgendwo sind schon Grenzen 😉 . Also wenn du einen Mourvèdre an der Nordsee anbauen möchtest, da helfen dir die Aromahefen allein auch nicht weiter. Aber klar, wovon wir jetzt hier (noch) überhaupt nicht sprechen, sind Weine, die gänzlich im Labor entstehen. Deklariert als CO2-neutral, vermutlich sogar berechtigterweise. Wird sicher schon gut daran geforscht.

          Aber zurück zum eigentlichen Thema: Zu den alten Sorten à la Plageoles gehört ja der Hartblau, den ich hier mit dabei hatte. Sehr spannende Sache, wie ich finde. Uli Martin hat ja auch u.a. Fränkischen Burgunder, Süßschwarz und allerlei andere interessante Rote im Anbau, die vor kleiner Eiszeit und Reblaus auf jeden Fall hier vertreten waren. Die sind sicher nicht so ganz leicht im Anbau, weil man deren Bedürfnisse nicht mehr richtig kennt. Aber, wie du schon sagtest, total bereichernd…

          • Karl Brunk sagt:

            Also ich bin da schon optimistisch und wissenschaftsgläubig. Das ist alleine mit den Hefen machbar. Jedenfalls lese sich die Prospekte so, wenn dort auch nur von der Unterstützung der “natürlichen” Aromen gesprochen wird. Allerdings frage ich mich immer, warum man sich die Mühe gibt und überhaupt noch Reben anbaut. Es gibt doch alles was wir zum Herstellen eines super sauberen und tollen Weines brauchen. Mit allen Zusatzstoffen, die der Mensch eben so braucht, um möglichst gesund seinen Gelüsten frönen zu können.
            Pessimistischer bin ich im Glauben an die CO² Neutralität. In den letzten Forschungen zu Gesamt- -Kosten und -Energiebilanz von Elektroautos zeigt sich auch Null Unterschied zu modernen Verbrennern.;))
            Und ich bin eher optimistisch wenn es um die Sorten in Konservatorien geht. Da erst in 4 Milliarden Jahren Andromeda in unsere Milchstrasse rauscht, die Sonne erst in 6 Milliarden Jahren schrumpft, und die Klimakatastrophe ja nur eine Geschichte ist, die Artikel wie diesen ermöglichen soll, denke ich in größeren Maßstäben. Innerhalb der uns zur Verfügung stehenden Zeit und Orten auf Erde und Mars (Thanks to Musk) wird es genug Jungspunde geben, die sich im Konservatorium aus einem Bauchgefühl heraus eine Sorte mit tollem Namen aussuchen, pflanzen und experimentieren werden, bis da was Tolles draus wird.
            Wollen wir mal hoffen, dass es dann auch weiterhin Blogger wie dich geben wird und das mit dem Klima wirklich nur hysterisches Geschreie ist. Jedenfalls ist ein Anfang gemacht. In 9 Tage haben wir schon wieder ~365 Tage zur Verfügung.
            Auch in dem Sinne frohe Weihnachten und ein tolles neues Jahr

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