Gen Bagdad

Wenn einen dieses ganze Schöne, Malerische und “Authentische” an Istanbul nervt, muss man sich auf den Weg nach Bagdad machen. Wohin bitte? Nein, ich sagte nicht “direkt nach Bagdad”, sondern auf den Weg dorthin. Den Bahnhof Haydarpaşa auf der asiatischen Seite erreicht man problemlos mit der Fähre von Karaköy aus. Dieses prachtvolle Gebäude aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts war der Startpunkt der legendären Bagdad-Bahn. Bahn-Nostalgiker dürfen jetzt noch ein wenig seufzen, während ich mich in die Vorortbahn namens “Banliyö Treni” setze und ein paar Stationen bis nach Suadiye fahre. Jetzt bin ich auf der Straße nach Bagdad. Weiterlesen

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Edit: Noch mehr Fisch und noch mehr Trubel

Ich hatte mich ja bei meinem ersten Besuch an der Galatabrücke enttäuscht über die fehlenden Fischbratboote geäußert. Ein Vorwurf, den es zu korrigieren gilt. Mittlerweile ist es nämlich fast frühlingshaft hier, jeden Tag scheint die Sonne (ich hoffe, bei Euch ist es auch schön). Das bedeutet, dass hinter der Brücke in Richtung Fatih zur Feierabendzeit regelmäßig ein gewaltiger Trubel herrscht. Wer immer sich einsam in der Stadt fühlt, sollte an diesen Ort kommen. Da ist man im Handumdrehen Teil des Gewusels, und es gibt so wahnsinnig viel zu sehen. Weiterlesen

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Weinprobe: Rheingau Riesling – Schloss Johannisberg Rotlack 2009

Auf dem Weg nach Istanbul für einen ganzen Monat und – oh Schreck – keinen anständigen Riesling im Gepäck? Zum Glück gibt es da den Duty Free-Shop im Düsseldorfer Flughafen. Neben allerlei schummrigem Zeug, das in solchen Läden dem unkundigen Käufer entgegendampft, gibt es hier (fast) die ganze Johannisberger Palette: Gelb-, Rot-, Grün- und Silberlack. Das war mir beim letzten Mal schon aufgefallen. Nachdem das altehrwürdige Weingut aber im Jahrgang 2009 in den Weinführern seinen märchenhaften Wiederaufstieg feiern konnte, wurde es jetzt wirklich Zeit für den klassischen Rheingauer. Weiterlesen

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Kokoreç – das wahre Fast Food der Türkei

Ich hatte ja schon angekündigt, das Thema Kokoreç hier noch einmal gesondert behandeln zu wollen. Meine erste Begegnung mit dieser “Männerspeise” war allerdings ein bisschen grotesk: Vor etlichen Jahren war ich mit meiner Freundin in Thessaloniki, und uns stand der Sinn nach einem griechischen Abendessen. Also gingen wir in ein volkstümliches Viertel und setzten uns in ein Lokal. Die Spezialität hier war κοκορέτσι, was wir dank unseres VHS-Kurses Russisch als “Kokoretsi” lesen konnten. Aus einer Plemplem-Interpretation heraus dachten wir, das wäre Hähnchen (wegen des Hahns in Frankreich, der ja bekanntlich “cocorico” ruft statt wie bei uns “kikiriki”). War es aber nicht. Es schmeckte würzig, nach scharf angegrillten Fleischbröckchen, ein bisschen streng, aber wirklich gut. Weiterlesen

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Die Nuss-Nougat-Erfinder

Gelegentlich wird angeführt, Nuss-Nougat in seiner heutigen Form sei eine Kreation des Konditors Pietro Ferrero (ja, genau der). Andere wiederum sind der Meinung, Napoleons Zollpolitik sei Schuld daran, dass die Turiner als Verlegenheitslösung einheimische gemahlene Nüsse und Zucker miteinander vermischt haben. Wieder andere führen die Paste zurück auf griechisch-römische oder arabisch-orientalische Künste. Wahrscheinlich liegt alles aber noch ein Stück weiter in der Vergangenheit. Honig und Haselnüsse waren dem damals vielleicht noch etwas plumpen Konditormeister (IHK) Ferdi Feuerstein schon im Jahr 9.000 v. Chr. bekannt. Wer eins und eins zusammen zählt (na gut, das konnte Ferdi noch nicht), kann sich vorstellen, dass die Kombination der beiden Elemente als enorm wichtige Energieträger schon sehr früh eine Rolle gespielt haben muss. Weiterlesen

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Türkischer Wein: Corvus Teneia Çavuş 2008

Ein türkisches Märchen: Es war einmal ein kleiner Junge namens Resit, der wollte reich und berühmt werden – und groß wie ein Baum und schwarze Locken haben und… “Moment mal”, sprach da die gute Fee, “so geht das ja nicht! Werd erstmal reich und berühmt, über den Rest unterhalten wir uns später!” Und so kam es, dass aus dem kleinen Resit Soley tatsächlich der berühmte Architekt gleichen Namens wurde, der Firmen gründete, Bankgebäude, Showrooms und Marinas entwarf und damit richtig reich werden konnte. Wegen der anderen Sachen hat sich die Fee leider nicht mehr gemeldet. Aber nun, so ist das manchmal mit Frauen. Was das Ganze jetzt mit Wein zu tun hat? Eine Menge. Weiterlesen

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