
In eigener Sache darf ich euch verkünden, dass ich auf der ProWein 2026 wieder aktiv sein werde. Eigentlich steht schon fast alles im Titelfoto. Fast…
Franken endlich wieder zurück
Ich weiß gar nicht genau, wie lang die Pause war, sieben Jahre, gar noch mehr? Seitdem gab es keinen offiziellen Auftritt der fränkischen Weinwelt mehr auf der ProWein. Jetzt bei der ProWein 2026 wird das endlich wieder anders sein! Gut, ein paar fränkische Weingüter hier und da, untergeschlüpft bei VDP oder Bioverbänden, die gab es natürlich auch zwischendrin. Aber dass man sagen konnte, »kommt auf die ProWein 2026, besucht uns am Franken-Stand, hört euch die Master Classes schräg gegenüber an, plaudert über Gott und die schlechte Welt – oder alternativ über gute Ideen«, das haben wir alle doch vermisst.
Möglich gemacht hat das natürlich die Silvanerheimat selbst, also Verband und Weinwerbung. Beteiligt war aber auch WEIN+MARKT, die uns gegen einen gewissen Obolus ihren Stand samt Service und Einkühlung für unsere Master Classes zur Verfügung gestellt haben. Stand D220 in Halle 1 – aber diesmal sind wir eh alle in Halle 1.
Welche Master Classes Franken gibt es auf der ProWein 2026?
Explore Franconia!
Los geht es gleich am ersten Tag um 14 Uhr. Diesen Parforceritt habe ich genannt »Explore Franconia!«. Alles wird auf Englisch sein, denn Franken liegt weinexporteurisch immer noch ziemlich zurück, obwohl es mittlerweile so viele interessante Sachen gibt. Angeregt durch die Tour mit den chinesischen Importeuren letztes Jahr und die Masters of Wine-Tour, habe ich ausnahmsweise mal ganz genau zugehört. Sie sagten mir nämlich, »eine kuratierte Präsentation finden wir schon toll. Aber wir haben immer so wenig Zeit bei Veranstaltungen, dass wir lieber viel in kurzer Zeit probieren wollen«. More wines, less stories sozusagen.
Also gibt es nicht weniger als 20 Weine in 50 Minuten, immer als Pärchen präsentiert. Da laufen die Sekte von Höfer und May gegeneinander, es gibt Große Gewächse von Pinot Noir, Silvaner und Riesling, Populäres für den Spaßtrinker wie die »Blau Miau«, aber auch Geheimtipps wie Brennflecks »Kammer«. Wir fahren also auf, was wir zu bieten haben, und das wird gut laufen, da bin ich mir sicher.
Silvaner – Herz & Seele
Zweite Master Class, auf Deutsch und thematisch auf unsere Lieblings-Rebsorte fokussiert. Montag um 14 Uhr gibt es Silvaner in all seinen Erscheinungsformen von fast allen fränkischen Weingütern, die einen Stand auf der ProWein 2026 haben. Ohnehin: Ich hatte mir vorgenommen, dass alle ProWein-Franken dieselbe Chance bekommen sollen. Also gibt es in den Master Classes insgesamt je zwei Weine von jedem Weingut zu sehen. Da kann die GWF dann auch mal zeigen, was sie für crazy stuff machen kann, und Leute wie Tobi Nagel und der Hofkeller stehen Seite an Seite.
A propos Tobi Nagel, in der Silvaner-Class habe ich seinen Ankernagel dabei, ein selten schönes, spröde-mineralisches Ding. Gleich zu Anfang dürfen das Bürgerspital und das Weingut am Stein zeigen, wer den besseren Stein-Silvaner macht. Oder vielleicht geht’s darum auch gar nicht. Die im preislichen Top-Bereich angesiedelten Silvaner stammen übrigens von der Alten Grafschaft und von Stefan Bardorf. Es lohnt sich also auch für Eingeweihte, hier mal vorbeizuschauen.
Nur Neuigkeiten!
Am letzten Messetag um 10 Uhr gibt es noch einmal ganz Neues aus Franken. War gar nicht so leicht, die Weine und die Infos zusammenzutragen, aber schließlich sind es doch 14 (extrem unterschiedliche) Exemplare geworden. Los geht es mit dem allerersten alkoholfreien Wirsching-Wein. Holzfassausbau, Membrantechnologie, das wird sicher sehr spannend. Die Winzer Sommerach haben einen trockenen Silvaner-Leichtwein mit 9,5 vol% dabei, die Nachbarn von Divino setzen auf dreckig-speckigen Naturwein. Und schließlich gibt es von Rudi May noch den brandneuen Silvaner Tierthal, von dem ich bislang weder das Etikett gesehen noch irgendwas probiert habe. Sowas passt mir natürlich sehr. Also:
