Gastbeitrag: Lovely Enteneier

„Das weiß ein jeder, wer’s auch sei – gesund und stärkend ist das Ei!“ So reimte schon Wilhelm Busch und wusste damit mehr als all die neuzeitlichen Forscher, die dem Verbraucher erklärt haben, dass ein Ei zu viel schädliches Cholesterin enthalte und prinzipiell aus Gesundheitsgründen eher zu meiden sei. Am besten sei ja ein „Voll-Ei“ aus dem Tetra-Pack, sicher und hygienisch verpackt, mit möglichst wenig Dotter. Mich entsetzt es, wenn ein Grundlebensmittel wie das Ei so diffamiert wird. Der Kreuzzug der verarbeitenden Lebensmittelindustrie gegen das Ei soll jedoch nicht das Thema meines Gastartikels sein, hat aber mit dem Genuss von Enteneiern zu tun. Weiterlesen

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Unter braven Schafen

Der River Severn gilt Engländern und Walisern (denn jene wohnen auf der anderen Uferseite) als schlammiges Gewässer zwischen Fluss und Meer, aus dem man höchstens ebenso schlammige Aale ziehen kann. Für seine landschaftliche Schönheit wird die Gegend seltener gerühmt. Und doch war ich heute auf einer großartigen Halbinsel aus grünem Gras, auf English-Lawn-Quality getrimmt von unzähligen Kühen und Schafen. Weiterlesen

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Ein’ echten Cheddar, es gibt nur ein’ echten Cheddar…

Und den habe ich gekauft. Aber der Reihe nach. Wie so vieles in England, kann auch der Cheddar eine beachtliche Historie aufweisen. Schon Heinrich der Zweite von England (ein Plantagenet, immerhin also ein Mann aus der käsereichen Normandie) soll im Jahr 1170 eine beträchtliche Menge dieses köstlichen Milchprodukts aus der Kleinstadt Cheddar in Somerset geordert haben. Über das 16. Jahrhundert schrieb später der Historiker Thomas Fuller, dass der Cheddar derartig hochwertig und teuer sei, dass er nurmehr an “some great man’s table” zu haben wäre. Alles Schnee von gestern. Der Cheddar ist völlig runtergerockt. Weiterlesen

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Bristol’s Slow Food Market

Heute war ich auf dem Slow Food Market von Bristol, der jeden ersten Sonntag im Monat in der Corn Street abgehalten wird. Vorher hatte ich voller Vorfreude gelesen, dass es sich mittlerweile um den größten Markt der Stadt handeln soll und tolle Produkte aus dem ganzen englischen Südwesten zu haben seien. Okay, es ist November, aber die lediglich einstellige Anzahl an Ständen verblüffte uns dann doch. Es gab zwar gute Sachen zu kaufen wie handgeschöpften Käse, bräunlichen Apfelsaft oder den geräucherten Knoblauch von der Isle of Wight, aber wenn das hier ein bedeutender Markt sein soll, liegt die Szene doch noch ziemlich darnieder.

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Good Vibes aus der Mikrowelle

Was der englischen Küche an Prominentheit abgeht, gleichen die englischen Köche doppelt und dreifach wieder aus. Und das betrifft nicht nur Jamie Oliver, Gordon Ramsey oder Nigella Lawson, die mit ihren Büchern und Fernsehshows auch auf den Kontinent geschwappt sind. Nein, es gibt deutlich skurrilere Gestalten, die hierzulande echte Superstars sind wie die „Hairy Bikers“ oder Levi Roots. Letzterer (mit dem etwas uncooleren Namen Keith Graham auf die Welt gekommen) hatte sich erst als mittelprächtiger Reggaesänger einen gewissen Namen gemacht, gleichzeitig aber immer versucht, seine „Reggae Reggae Sauce“ unter die Leute zu bringen. Weiterlesen

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Königlicher Hofherd

IMG_1852Monarchien haben schon etwas für sich. Wie gut es sich doch anhört, wenn man von sich behaupten kann, ein königlicher Hoflieferant zu sein. Allerdings betrifft das manchmal auch Kategorien, die ich so auf Anhieb nicht erwartet hätte. Unser Herd stammt zum Beispiel von einem solchen Hoflieferanten, der leider bereits von einem anderen Konzern verschluckten Firma Belling aus Ealing in Middlesex. Sein Armaturenbrett besitzt eine derartige Anmut und Raffinesse im Design, dass einem die Swinging Sixties doch sofort wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Zugegeben, ich kenne das nur aus Film & Buch, aber dieser Elektroherd war damals garantiert der letzte Schrei.IMG_1834

Was mir ohne jede Ironie wirklich sehr gefällt, ist die Art der Herdplatten. Es sind nämlich gar keine Platten, sondern Eisenspiralen. Zum einen glühen die Stäbe schön festlich beim Kochen, zum anderen wird alles absolut gleichmäßig heiß und nicht – wie sonst – in der Plattenmitte prasselnd und am Plattenrand lau. Und die englischen Würste besaßen auch nur einen extrem geringen Anteil an Sägemehl.

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