Tokyo Food Diary

Tokyo Food Diary

»Tokyo Food Diary«, so habe ich meinen Beitrag genannt. Und genau das bekommt ihr hier zu sehen und zu lesen: Alles, was ich in meiner Woche in Tokyo gegessen habe. Das kann ungeahnt günstig sein, aber auch mal übermäßig luxuriös. Und es reicht von der Alltagsküche, die alle Tokyo-Einwohner:innen jede Woche zu sich nehmen, bis hin zu Dingen, die ich zum ersten Mal gesehen habe. Lehnt euch also zurück, schaut es euch an – und plant nebenher schon mal euren eigenen Ausflug in diese ebenso ferne wie wunderbare Welt.

Breakfast in Tokyo

Tokyo Frühstück

Es gibt Dinge, die für ein Hochglanzmagazin denkbar ungeeignet erscheinen, in einem Tagebuch jedoch gut aufgehoben sind. Dazu gehört mein Frühstück in Tokyo. Ich zeige es euch hier nur ein einziges Mal, obwohl es jeden Tag ähnlich aussah und geschmackssicheren Menschen die Haare zu Berge stehen lässt. Ich habe mir nämlich jeden Abend in einem der Konbinis (24 Stunden geöffnete kleine Convenience Stores) jeweils zwei Reis-Onigiris und zwei kalte Milchkaffees gekauft. Die Onigiris konnten dabei mit Ume gefüllt sein – ein Klassiker – oder auch mit würzigem Seetang, mit gekochtem Lachs oder mit scharfem Rogen. Und bei den Milchkaffees musste ich den Doutor nehmen, weil er am üppigsten ist, ansonsten bin ich aber gern bei den ungezuckerten Varianten geblieben.

Übrigens finde ich, dass ich mich kaffeetechnisch schon ein bisschen gesteigert habe. Wer das nicht glaubt, bitte mal hierhin klicken.

Mitnehmessen – der Alltag in Tokyo

Tokyo Konbini Depachika

War mein Frühstück schon ausschließlich aus den Konbinis, ist das für ganz ganz viele Einwohner:innen von Tokyo der absolute Alltag. In »meinem« Viertel Akasaka-Mitsuke gab es um mein Hotel herum zweimal 7-Eleven, zweimal FamilyMart, zweimal Daily Yamazaki, Lawson und Tomod’s. Im Umkreis von 200 Metern wohlgemerkt. Und fünf davon haben jeden Tag rund um die Uhr geöffnet. Es ist also kein Wunder, dass viele Menschen nach der Arbeit schnell in einem dieser Läden vorbeischauen und sich mit dem Nötigsten eindecken.

Dabei gibt es bestimmte Community-Favoriten. Beim FamilyMart soll das Famichicki legendär sein. Bei 7-Eleven hingegen gibt es die besten kleinen »Salate« namens Cup Deli. Letzteres kann ich bestätigen, und ihr könnt es links auf dem Foto sehen. Links oben das beliebte in Sojasauce, Sesamöl und Knoblauch eingelegte Ei, links unten Kalmar (Squid) mit sieben Gewürzen und Mayo, rechts unten Makrele mit Rettich und Ponzu-Sauce, rechts in der Mitte Große Klette (Burdock) mit Karotten, Edamame und schwarzem Pfeffer. Und ganz oben Baked Cheesecake, den liebt man in Japan ungemein.

Rechts hingegen seht ihr mein Mitbringsel aus einer der Depachikas, der im Untergeschoss gelegenen Foodhalls der großen Kaufhäuser. Ist die Auswahl schon während des Tages super, wird es abends dann zusätzlich preiswert. Da ja von den Sushis und Sashimis nichts weggeworfen werden soll, wird ab zwei Stunden vor Toreschluss zunehmend radikal reduziert. Und die Sachen sind richtig gut.

Antenna Wonderland

Tokyo Antenna Okinawa

Erster kompletter Tag in Tokyo, und ich fahre vormittags zur Ginza. Das ist nicht nur ein legendäres Shopping-Viertel, sondern es gibt teils mittendrin, teils aber auch gezielt am Rand so genannte Antenna-Shops. Das sind kulinarische Botschaften einzelner japanischer Präfekturen. Ihr könnt dort die lokalen Spezialitäten jeweils in einem Mini-Supermarkt kaufen, aber es gibt auch Antennas, an die eigene Restaurants angeschlossen sind.

Im Tokyo Kotsu Kaikan (ich hatte schonmal ausgiebig über die Antenna-Shops berichtet) findet sich die größte Dichte dieser Läden. Nachdem ich mich oben an der Tafel orientiert habe und zu meinem Bedauern feststellen musste, dass einige der Läden wie der großartige Osaka-Shop inzwischen verschwunden sind, habe ich mich für Okinawa entschieden. Die subtropische Insel im Pazifik ist ein wichtiges Ferienziel, kulinarisch aber überraschenderweise besonders bekannt für Schweinefleischgerichte.

Also gehe ich an den Automaten und stelle fest, dass es eine Grundsuppe gibt, die Yanbaru Soba, die man mit verschiedenen Beilagen aufpeppen kann. Ich zahle also und gebe den Bon an der Theke ab. 30 Sekunden später steht die köstlich heiße Suppe auf meinem Tisch. Das ist wahrhaft ein Wintergericht!

Natural Wine & Cracker

Tokyo Natural Wine

Abends gibt es dann kein »vernünftiges« Essen mehr auf dem Hotelzimmer. Den Wein K24 AK_DD von Takeshi Kobayashis Weingut Kyoei-do hatte ich beim Cave Ginza Fujiki für umgerechnet 13,49 € erstanden. Für einen Natural Wine aus der »nationalen« Rebsorte Koshu und die geschmackvolle Ausstattung ist das ausgesprochen preiswert. Wer auf Instagram nochmal nachschauen möchte, ich hatte dort auch einen kleinen Verkostungsfilm auf dem Wall gedreht, der den Regierungspalast umgibt. Rechts seht ihr würzige Reiscracker mit Rogen, die ich im Antenna-Shop Hakata gekauft hatte. Passt zum fruchtigen Orange Wine ganz ausgezeichnet.

Tokyo für Angestellte

Udon Food Diary

In Tokyo kocht praktisch niemand zu Hause. Zum einen sind Wohnungen und Küchen winzig. Meist haben die einzeln wohnenden Menschen nur eine Mikrowelle und einen Reiskocher. Zudem habe ich einmal gelesen, dass es in Tokyo über 30.000 Restaurants geben soll. Und alle kochen frisch in fast ebenso winzigen Küchen und kleinen Gaststuben. Dass ein Restaurant so groß ist wie bei uns, kommt so gut wie nie vor. Das erklärt dann auch, weshalb es Sternerestaurants mit fünf Plätzen an der Theke gibt, die drei Jahre im Voraus ausgebucht sind.

Aber zurück zum Alltag. Die Tōkyō-jin, wie man die »Tokyo-Menschen« nennt, essen also entweder aus dem Konbini oder auswärts in der Nähe ihrer Arbeitsstätten. In der Nähe des Bahnhofs Shinjuku habe ich das »Yamashita Honki Udon Shinjuku Sanchome« aufgesucht. Als Limited Edition gab es dort wegen der großen Beliebtheit Creamy Udon mit einer frittierten Maiskrokette. Erinnert offenbar an die Ami-Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und kommt kurios als Sahne zum Unterrühren auf den Tisch. Ein Japan, wie ich es bislang nicht kannte, und wie man es auch selten in irgendwelchen Guides findet.

Tendon Tenya Tokyo Food Diary

Zweiter Angestellten-Alltags-Ort: Tendon Tenya. Das ist eine lokale Kette, in der es den ganzen Tag über Donburi, also eine Reisschüssel mit verschiedenen Belägen sowie kostenlos dazu Suppe und Tee gibt. Am Platz klickt man sich auf Bildschirmen durch Bilder auf einer englischsprachigen Speisekarte, alles sehr easy. Wenig später wird das Essen gebracht, ich habe wieder die Favoriten-Kombi mit Tempura-Fisch, Shrimp und Gemüse genommen. Das ist alles keine feine Küche, aber höchst solide und sättigend. Für gut 4 € übrigens, fast peinlich günstig.

Izakaya-Time

Izakaya Food Diary

Abends geht es dann in eine Izakaya in der Nachbarschaft. Während man in normalen Restaurants immer gleich nach dem letzten Bissen aufsteht und zahlt (was für Tokyo-Touristen manchmal sehr ungewohnt ist), sind die Izakayas eine eigene Kategorie, in der es anders läuft. In diesen Kneipen-Restaurants kann man von der Karte immer wieder kleine Tellerchen nachbestellen, es wird Alkohol getrunken, früher auch geraucht, und man bleibt sitzen und ratscht. In solche Izakayas ging es vor Corona häufig auch im Kollegenkreis, die »Arbeit nach der Arbeit«. Weil Home Office mittlerweile häufiger geworden ist und das Firmengeld auch nicht mehr so locker sitzt, haben die Izakayas unter den neuen Bedingungen am meisten gelitten, die Konbinis (möchte ich meinen) hingegen am meisten profitiert.

Hier sind wir jedenfalls in einer Fisch-Izakaya, und neben anderen kleinen Gerichten gibt es gegrillte Sanma und Ginkgo-Nüsse. Sanma ist der Pazifische Makrelenhecht, ein in Japan äußerst beliebter Speisefisch, der ebenso wie die Ginkgo-Nüsse total für den Herbst steht. Ohnehin wäre es einmal mein Traum, ein ganzes kulinarisches Jahr in Tokyo verbringen zu können mit den vielen speziell saisonalen Gerichten und Zutaten.

In der stillen alten Welt

Tonkatsu Food Diary

Der Tokyo-Essalltag spielt sich oft ein wenig im Verborgenen ab. Wer den Orten, ihrem Ambiente und den Gefühlen der Essenden ein bisschen näherkommen möchte, dem sei dringend der Manga »Der Gourmet« des genialen Teams Masuki/Taniguchi empfohlen. Gibt es als animierte Serie, die wahnsinnig viele Menschen in Japan zu kennen scheinen, aber auch als zweiteiliges Buch.

Dort würde auch dieser mittägliche Essort hervorragend hineinpassen. Mitten in der Shotengai des wunderbaren Vororts Kichijoji geht es hier bei einem Schuhgeschäft in den Keller. Dort befindet sich das offenbar alteingesessene Tonkatsu-Restaurant Miton. Tonkatsu ist paniertes Schnitzel auf japanische Art. Das Restaurant ist gut besucht, und alles geht unglaublich ruhig und fast andächtig vor sich. Keine Musik spielt, die Dame des Hauses kommt freundlich lächelnd mit der Karte und später mit dem Schnitzel an den Tisch, die Gäste unterhalten sich im Flüsterton.

Michelin hat manchmal Recht

Tokyo Shiomachi

Eigentlich hatten wir nicht vor, derartig auf den Putz zu hauen. Aber mein japanischer Weinfreund Yoshikazu meinte, keine Angst, das hier sei kein formeller Ort. Erst später habe ich gesehen, dass das Shiomachi zwar im Guide Michelin steht, aber fast peinlich darauf bedacht ist, keinerlei Werbung zu machen. Schließlich soll es für die Stammgäste immer noch angenehm bleiben – und für das Paar, das diese Izakaya betreibt, natürlich auch. In Wirklichkeit ist das aber ein fantastischer Streifzug durch die traditionelle und äußerst feine japanische Küche. Oben seht ihr Yoshikazu, der für mich gerade die Namen der Fische aufschreibt, die es auf der Sashimi-Platte gibt.

Shiomachi Food Diary

Von unten nach oben seht ihr: Soi, Hon-maguro, Kinmedai, Shima-aji, Ika und Awabi. Alles überaus köstlich, und ich liebe Sushi und Sashimi ohnehin sehr. Ich hatte auch schon einmal ziemlich systematisch darüber geschrieben. Tatsächlich esse ich in Deutschland so gut wie nie die reine Form, weil sie einfach wegen Variantenarmut und Zubereitungsmängeln unglaublich weit von den einfachsten japanischen Originalen entfernt ist. Da bleibe ich hierzulande wesentlich lieber beim wunderbaren Sushi-Fusion-Irrsinn, den es in manchen vietnamesischen Lokalen gibt – mit Mango-Mayo, Avocado und Philadelphia-Käse.

Sake tranken wir natürlich auch zu den vielen kleinen Gängen, angenehm leicht in diesem Fall und enorm hefefrisch. Die einzelnen Gerichte werde ich als Bilderserie zum Weiterschieben noch auf Instagram posten.

Ausflug auf die Insel

Kamakura Food Diary

Und damit sind wir endgültig weg aus dem Alltag. Einer der beliebtesten Ausflüge aus dem Großraum Tokyo hinaus ist die Fahrt nach Süden ans Meer. Dort liegt die Stadt Kamakura mit ihren vielen in die Landschaft eingebetteten Tempeln und die Insel Enoshima. Nach Kamakura kann man problemlos ohne umzusteigen mit einer Vorortbahn fahren, und ab da geht der Spaß mit der legendären Enoden erst richtig los. Das Juchzen der Fahrgäste, wenn man vom Zug aus das erste Mal das glitzende Meer sehen kann, ist einfach unbeschreiblich.

Kamakura ist nicht nur für seine Tempel berühmt, sondern auch für die Surf- und Wellenreitkultur, die lockerere Lebensart und den Blick auf den Fuji. Oben seht ihr eine der kulinarischen Spezialitäten der Küste. In der Saison gibt es nämlich winzige Fische (der Fang ist reglementiert), die halb roh und halb gekocht angeboten werden. Dazu gibt es Reis, ein rohes Eidotter, ein Shisoblatt und ein Töpfchen kräuterig-algige Würzsauce. Köstlich. Das Ganze in einer Surfhütten-Atmosphäre.

Enoshima Ausflug

Auf der Insel Enoshima gehen die Ausflugs-Snacks weiter. Frisch vom Holzkohlegrill kann man sich da eine kleine Platte zusammenstellen lassen oder auch nur einzelne Teile nehmen. Hier zum Beispiel die sehr beliebte Sazae, die Turbanschnecke.

Enoshima Octopus

Ein absolutes Must ist auch dieser Stand auf dem zentralen Weg über die winzige Insel. Entsprechend lang (und ausschließlich touristisch) ist die Schlange, in der man hier steht. Asahi Honten heißt diese Bude, in der frische, papierdünne Tintenfischcracker angeboten werden. Die Schlange ist übrigens auch deshalb so lang, weil jeder Arbeitsschritt manuell und vor den Augen der Wartenden erfolgt.

Tokyo-Kult

Tokyo Newcastle Curry Food Diary

Curry ist ein riesiges Thema in Japan, was Außenstehende kaum vermuten würden. Auch hier empfiehlt einem der gewöhnliche Tokyo-Reiseführer nichts. Warum auch? Schließlich gibt es lediglich Reis mit zwiebelig-würziger Sauce und kleinen Fleischstückchen. Aber abgesehen davon, dass es (und zwar die explizit englische Version) eine große Geschichte im Japan des 20. Jahrhunderts hat, ist Curry auch einfach Kult. Es gibt jährlich den »Kanda Curry Grand Prix«, bei dem zwei Tage im November die besten Curry-Restaurants miteinander um die Hauptpreise wetteifern.

Curry ist aber auch das Essen der Manga-Fans, der Nerds, der Bücherwürmer, der Gegenkultur. Als ich einmal abends in einer Bar für Natural Wines war, habe ich gleich mehrere Leute kennengelernt, die als Curry-Köche arbeiten. Insofern ist der oben abgebildete Ort wieder einmal Tokyo pur.

Natürlich geht es im Stadtteil Ginza auch hier die Treppe hinab in den Keller. Unten angekommen, warten im Newcastle Curry (auch New Castle geschrieben) die Theke und ein paar Tische in einem ansonsten schmucklosen Ambiente. Seit 1946 werden in dritter Generation genau ein Currygericht und ein ausgesuchter Filterkaffee serviert. Die Musik kann auch einmal in Richtung Progressive Rock abdriften, geöffnet ist Dienstag bis Sonntag immer von 11:30 Uhr bis 15 Uhr. Love it.

Tempura Omakase – wir lassen es knallen

Tokyo Tempura Tsunahachi

Was es jetzt noch nicht gegeben hatte, ist klassisches Tempura. Sashimi und Tempura isst man auch nie zu Hause, sondern immer an dafür geeigneten Orten. Wahrscheinlich hatte ich noch gar nicht erwähnt, dass es in Tokyo keinesfalls »japanische Restaurants« gibt, die alles von Ramen bis Wagyu anbieten. Am ehesten tun das noch (auf niedrigerem Niveau) die sogenannten Familienrestaurants oder Ketten wie Yoshinoya. Ansonsten ist alles streng getrennt. Wer die Meisterschaft im Tempura-Brutzeln erwerben möchte, muss sich 30 Jahre lang genau damit beschäftigen und nicht mit anderen Dingen.

Im quirligen Viertel östlich des Bahnhofs Shinjuku gibt es, anders als man auf den ersten Blick vermuten würde, noch ein paar alteingesessene Läden. Zu jenen zählen die Tempura-Restaurants Tsunahachi und Funabashiya, die praktischerweise kaum 20 Meter voneinander entfernt liegen. Wir entscheiden uns für Tsunahachi, ein Etablissements, das sich im Laufe der Jahrzehnte immer weiter verästelt hat und jetzt in zwei leicht baufällig wirkenden Häusern auf mehreren Geschossen eine Vielzahl kleiner Räume mit eigenem Tresen und eigenem Tempura-Koch bereithält.

Tempura Tsunahachi Shinjuku

Alles wird immer vom (quasi) Privatkoch frisch zubereitet. Nach einem Blick auf die Speisekarte beschließen wir, es heute knallen zu lassen. »Omakase«, sprich nach dem Gutdünken des Kochs unter Berücksichtigung jahreszeitlicher Spezialitäten. Zwölf kleine Gänge gibt es, die uns pappsatt zurücklassen, dafür aber eben auch die Tour de Force der gehobenen Tempurakunst bieten. Zwar sagt der Koch immer, was er nun wieder auf den Teller gezaubert hat, aber ich schreibe nicht mit. Es gibt unter anderem zart knusprige Garnelenbeine, Pilze, Auster in Pimiento de Padrón, einen kleinen Fisch, der auf seinen Flossen steht und eine frittierte Algenrolle mit Seeigel. Alles ist handwerklich perfekt und der Meister selbst schon deutlich im Rentenalter. Kostenpunkt: 9.900 Yen, also derzeit 54 €.

Wagashi – zum Abschluss Süßes

Wagashi Tokyo

Bislang vernachlässt hatte ich die kleinen süßen Dinge, die man unterwegs in den entsprechenden Geschäften kaufen kann. Japanische Wagashi sind vielfältigst in Geschmack und Darreichungsform, aber nie zuckersüß nach unserem Verständnis.

Links oben seht ihr den Ginzamochi von Taneya, also Klebreisteig, innen mit Sesampaste, außen mit etwas schwarzem Pfeffer. Phänomenal. Rechts oben gibt es Yuzu-Pudding des historischen Fruchthauses Takano. Links unten habe ich den klassischen Dorayaki einfach durchgeschnitten, wiederum von Taneya. Und rechts unten bildet der frischeste Mochi der Welt einen fabulösen Abschluss. Er stammt von Oiwake Dango und wird direkt vor Ort zubereitet. Es gibt durchaus verständige Leute, die dafür die feinste Schokolade stehen lassen würden.

Tokyo-Verständigungs-Helfer

Übersetzer

Was mir bei meinen kulinarischen Erlebnissen in Tokyo immer sehr geholfen hat, war die Kamera-Übersetzungsfunktion auf dem Handy. Als ich 2013 das erste Mal in Japan war, hat das noch nicht wirklich funktioniert. Mittlerweile kann man sich sogar einigermaßen per Übersetzungs-Software unterhalten, auf jeden Fall aber Speisekarten lesen und Aufschriften an Regalen.

Es gibt aber auch Grenzen. Als ich wissen wollte, was in einer der beliebten Kaffeedosen aus dem Automaten drin ist, hat mir der Übersetzer die »Bosmische Hausmischung« in der Geschmacksrichtung »Bitterer Braten« vorgeschlagen. Ob ich’s trotzdem gekauft habe? Nun, ihr kennt mich ja inzwischen…

Und damit Sayonara (oder 35 andere Abschiedsformeln) aus Tokyo! Es war wieder einmal großartig, und dabei habe ich noch kein Wort darüber verloren, was ich im beruflichen Kontext alles herausgefunden habe. Ich hoffe jedenfalls, dass es bald mal wieder nach Asien geht. Und selbstverständlich auch, dass ihr wieder mit dabei seid.

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2 Antworten zu Tokyo Food Diary

  1. EC sagt:

    Lieber Matze,
    wenn ich es in meinem Leben doch noch mal nach Tokyo schaffen sollte, wird Dein Bericht sicher ein wertvoller Begleiter sein, vielen Dank dafür!
    VG vom Erich

    • Matze sagt:

      Tatsächlich hätte ich früher auch nie gedacht, nach Japan zu kommen. Erstmal war damals alles wahnsinnig teuer (anders als heute), und außerdem lag es mir auch mental nicht so nahe. Aber: Der erste Besuch hat alles verändert 😉 .

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